Hugo Ball
Hugo Ball (1886 – 1927)Was wir Dada nennen, ist ein Narrenspiel aus dem Nichts, in das alle höheren Fragen verwickelt sind.
Hugo Ball, geboren am 22. Februar 1886 in Pirmasens, gestorben am 14. September 1927 in Sant’Abbondio im Tessin, war ein deutscher Schriftsteller. Er gründete 1916 in Zürich das Cabaret Voltaire und damit den Dadaismus – und wandte sich wenige Jahre später als Einsiedler und Mystiker ab von allem, was er angestoßen hatte.
Ball wuchs in einer katholischen Kaufmannsfamilie in der Pfalz auf, brach eine Lehre im Lederhandel ab und studierte in München und Heidelberg Philosophie, ohne die Dissertation über Nietzsche abzuschließen. Er ging zum Theater, wurde Dramaturg an den Münchner Kammerspielen und schrieb für expressionistische Zeitschriften.
1914 meldete er sich freiwillig zum Krieg, wurde ausgemustert, sah an der Front in Belgien das Elend und wurde zum radikalen Kriegsgegner. Mit der Diseuse Emmy Hennings, seiner späteren Frau, floh er 1915 in die Schweiz. Am 5. Februar 1916 eröffneten beide mit Tristan Tzara, Marcel Janco, Hans Arp und Richard Huelsenbeck in der Zürcher Spiegelgasse das Cabaret Voltaire; dort trug Ball im Kubistenkostüm seine Lautgedichte vor, darunter „Karawane“ („jolifanto bambla ô falli bambla“).
Schon im Sommer 1916 verließ Ball die Bewegung. Er arbeitete als Journalist für die „Freie Zeitung“ in Bern, schrieb den Roman „Flametti oder Vom Dandysmus der Armen“ (1918) über eine Varietétruppe und die scharfe Abrechnung „Zur Kritik der deutschen Intelligenz“ (1919). 1920 kehrte er zum Katholizismus zurück; „Byzantinisches Christentum“ (1923) ist das Werk des Konvertiten.
Die letzten Jahre lebte Ball mit Hennings arm im Tessin, befreundet mit Hermann Hesse, dessen erste Biografie er 1927 schrieb. Sein Tagebuch „Die Flucht aus der Zeit“ (1927) ist die wichtigste Quelle zur Entstehung von Dada. Er starb mit 41 Jahren an Magenkrebs.
Werke:
|
Hugo Ball
Deutsch
17.07.2005
325.88 KB
115
8.076