Leopold Engel
Leopold Engel (1858 – 1931)Es scheint fast, als wenn gerade nach dem Herzen Afrikas sich die Märchenwelt vor der neugierigen Zivilisation geflüchtet habe und sich dort verschanzt vor der nüchternen, grämlichen, poesielosen Alltäglichkeit.
Leopold Engel wurde am 19. April 1858 in Sankt Petersburg geboren und starb am 8. November 1931 in Berlin. Er war Schauspieler, Naturheilkundiger und esoterischer Schriftsteller und gehört zu den schillernden Gestalten der okkulten Szene im Deutschland der Jahrhundertwende.
Sein Vater Karl Dietrich Engel, aus einer Oldenburger Musikerfamilie stammend, war Konzertmeister am russischen Hoftheater. Nach dessen Pensionierung übersiedelte die Familie nach Deutschland; Engel besuchte die Schule in Dresden und ging mit 22 Jahren zur Bühne. Engagements führten ihn unter anderem nach Koblenz, Stuttgart, St. Pölten und Laibach, bevor er 1898 das Theater endgültig verließ.
Schon früh wandte er sich dem Spiritismus und der Theosophie zu. Unter dem Namen L. Eckhard verfasste er Kolportageromane, daneben trat er als Magnetopath und Naturarzt auf. Mit Theodor Reuss versuchte er ab 1895, den Illuminatenorden Adam Weishaupts wiederzubeleben; nach dem Bruch mit Reuss führte er seinen eigenen „Weltbund der Illuminaten“ von Dresden aus weiter und legte 1906 eine „Geschichte des Illuminaten-Ordens“ vor.
Sein literarisches Werk steht ganz im Zeichen der Neuoffenbarung Jakob Lorbers, dessen „Großes Evangelium Johannes“ er 1891 bis 1893 um einen elften Band ergänzte, den er nach eigener Aussage einem inneren Diktat verdankte. Die Erzählung „Das Tal der Glücklichen“ (1888) entwirft ein verborgenes Naturvolk im Innern Afrikas, „Mallona“ (1911) deutet den Asteroidengürtel als Trümmerfeld eines untergegangenen Planeten und verbindet Astronomie mit spiritueller Kosmologie.
Engel verstand sich als „Prophet auf Zeit“ und blieb in der Lorber-Bewegung bis heute umstritten. Verarmt und seit dem Ersten Weltkrieg kränklich, lebte er zuletzt vom Verkauf von Christusbildern. Seine Texte wirken als frühe Zeugnisse jener Verbindung von Science-Fiction, Lebensreform und Esoterik, die das 20. Jahrhundert vielfach aufgegriffen hat.
Werke:
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Leopold Engel
Deutsch
29.10.2019
1.14 MB
50
4.309