Georg Forster
Johann Georg Adam Forster (1754 – 1794)Ohne Tugend und Weisheit kann keine freie Verfassung bestehen.
Johann Georg Adam Forster (meist Georg Forster) wurde am 27. November 1754 in Nassenhuben bei Danzig geboren und starb am 10. Jänner 1794 in Paris. Naturforscher, Weltreisender, Essayist und Revolutionär, begründete er mit seinem Bericht über die zweite Weltumsegelung James Cooks die moderne deutsche Reiseliteratur und gehört zu den großen Prosaschriftstellern der Aufklärung.
Forster war der älteste Sohn des reformierten Pfarrers und Naturforschers Johann Reinhold Forster, der ihn früh zum Gehilfen machte: Mit zehn Jahren begleitete er den Vater auf eine Forschungsreise an die untere Wolga, mit zwölf übersiedelte die Familie nach London, wo der Junge Übersetzungen anfertigte, um zum Unterhalt beizutragen. Eine geregelte Schulbildung erhielt er nie.
1772 bis 1775 nahmen Vater und Sohn als Naturforscher an Cooks zweiter Reise auf der „Resolution“ teil, die bis in die antarktischen Gewässer, nach Tahiti, Neuseeland und zur Osterinsel führte. Der Einundzwanzigjährige schrieb den Bericht darüber, „A Voyage round the World“ (1777), das 1778–1780 in seiner eigenen deutschen Fassung als „Reise um die Welt“ erschien. Das Buch verband genaue Beobachtung mit einem unvoreingenommenen Blick auf die Menschen der Südsee und machte den Verfasser in Europa berühmt.
Es folgten Jahre als Professor in Kassel und Wilna; 1785 heiratete er Therese Heyne, die Tochter des Göttinger Philologen. 1788 wurde er Bibliothekar der Universität Mainz. Eine Reise mit dem jungen Alexander von Humboldt durch die Rheinlande, die Niederlande, England und Frankreich ergab die „Ansichten vom Niederrhein“ (1791–1794), in denen sich Kunstbetrachtung, Landeskunde und politisches Nachdenken durchdringen.
Als die französische Revolutionsarmee 1792 Mainz besetzte, schloss sich Forster den Jakobinern an, wurde Vizepräsident der provisorischen Verwaltung und ging 1793 als Abgeordneter des Rheinisch-Deutschen Nationalkonvents nach Paris, um den Anschluss der Mainzer Republik an Frankreich zu betreiben. Nach dem Fall der Stadt mit der Reichsacht belegt, von der Frau verlassen und mittellos, starb er im Winter 1794 in Paris an einer Lungenentzündung.
Für das 19. Jahrhundert blieb Forster der Landesverräter; Friedrich Schlegel hingegen rühmte an ihm den Geist freier Fortschreitung. Heute gilt er als einer der frühesten Ethnologen, als Wegbereiter Humboldts und als ein Autor, dessen Reiseprosa in ihrer Klarheit und Weltoffenheit kaum gealtert ist.
Werke:
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Georg Forster
Deutsch
23.09.2014
1.76 MB
226
9.299