Friedrich de la Motte Fouqué
Friedrich de la Motte Fouqué (1777 – 1843)Man geht aus Nacht in Sonne, man geht aus Graus in Wonne, aus Tod in Leben ein.
Friedrich Heinrich Karl Baron de la Motte Fouqué (Pseudonyme Pellegrin, A. L. T. Frank), geboren am 12. Februar 1777 in Brandenburg an der Havel, gestorben am 23. Jänner 1843 in Berlin, war ein Dichter der deutschen Romantik. Mit seinen Ritterromanen und dem Kunstmärchen „Undine“ gehörte er um 1810 zu den meistgelesenen Autoren seiner Zeit.
Er stammte aus einer hugenottischen Adelsfamilie, die nach Preußen ausgewandert war. Sein Großvater hatte als General unter Friedrich II. gedient, der König selbst war der Taufpate des Kindes. Nach einer Erziehung durch Hauslehrer trat Fouqué 1794 in die preußische Armee ein und nahm am Rheinfeldzug teil. 1802 nahm er den Abschied, heiratete im Jahr darauf die Gutserbin Caroline von Briest und lebte fortan auf Schloss Nennhausen im Havelland, das zu einem Treffpunkt der Romantiker wurde.
August Wilhelm Schlegel förderte den jungen Autor und gab 1804 dessen „Dramatische Spiele“ heraus. Den Durchbruch brachte das Heldenspiel „Sigurd, der Schlangentöter“ (1808), mit dem Fouqué den Nibelungenstoff nach altnordischen Quellen auf die deutsche Bühne holte. 1811 folgte „Undine“, die Geschichte eines Wassergeistes, der durch die Liebe eine Seele erhält – das einzige seiner Werke, das bis heute lebendig geblieben ist und von E. T. A. Hoffmann und Albert Lortzing vertont wurde. Der Ritterroman „Der Zauberring“ (1812) verbindet nordische Reckensagen und französische Rittergeschichten zu einer phantastischen Welt des Mittelalters und wurde zu einem der erfolgreichsten Romane der Romantik.
In den Befreiungskriegen diente Fouqué bei den freiwilligen Jägern, kämpfte bei Lützen, Bautzen und Kulm und wurde zum Rittmeister befördert. Seine patriotischen Lieder aus dieser Zeit fanden weite Verbreitung. Nach 1815 ließ der Erfolg rasch nach – die endlosen Ritterromane mit ihrer frommen Burg- und Minnewelt wirkten auf die jüngere Generation gestrig, und Heinrich Heine verspottete ihn in der „Romantischen Schule“. Nach dem Tod seiner Frau 1831 heiratete Fouqué die Schriftstellerin Albertine Tode und lebte in Halle, 1841 kehrte er nach Berlin zurück, wo er eine Ausgabe seiner Werke letzter Hand besorgte. Er starb dort, von der Literatur seiner Zeit nahezu vergessen.
Sein Nachleben verdankt Fouqué der „Undine“, die über Hoffmann, Andersen und Giraudoux bis in die Gegenwart nachwirkt. Als Erneuerer der nordischen Mythologie und als Verfasser des ersten großen Ritterromans der deutschen Romantik hat er aber auch die Erzählliteratur des 19. Jahrhunderts mitgeprägt.
Werke:
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Friedrich de la Motte Fouqué
Deutsch
26.06.2015
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