Ludwig Fulda
Ludwig Anton Salomon Fulda (1862 – 1939)Kunst kommt von Können, nicht von Wollen: Sonst hieß es Wulst.
Ludwig Anton Salomon Fulda, geboren am 15. Juli 1862 in Frankfurt am Main, gestorben am 30. März 1939 in Berlin, war ein deutscher Bühnenautor, Lyriker und Übersetzer. Um 1900 zählte er zu den meistgespielten Dramatikern der deutschen Bühne; heute lebt sein Name vor allem durch seine Übertragungen von Molière, Rostand und Ibsen und durch das Schicksal fort, das ihm der Nationalsozialismus bereitete.
Er entstammte einer seit dem 17. Jahrhundert in Frankfurt ansässigen jüdischen Kaufmannsfamilie. Nach dem Besuch des Philanthropins und einer abgebrochenen kaufmännischen Lehre studierte er Germanistik und Philosophie in Berlin, Leipzig und Heidelberg und promovierte 1883 – im selben Jahr, in dem sein erstes Lustspiel „Die Aufrichtigen“ in Frankfurt auf die Bühne kam.
1886 setzte er in Augsburg eine der ersten deutschen Aufführungen von Ibsens „Gespenstern“ durch, 1889 gehörte er mit Otto Brahm zu den Gründern der Berliner „Freien Bühne“, deren Leitung er später zeitweise übernahm. Seine eigenen Stücke standen dem Naturalismus nahe, ohne seine Schärfe zu teilen: Das Märchenspiel „Der Talisman“ (1893) nach Andersens Motiv von des Kaisers neuen Kleidern wurde sein Hauptwerk, die Lustspiele „Jugendfreunde“ (1897) und „Die Zwillingsschwester“ (1901) liefen an Hunderten von Theatern. Zu den Märchenstücken gehört auch „Aladdin und die Wunderlampe“ (1912).
Daneben übersetzte Fulda aus sieben Sprachen – „Tartuffe“ (1890), „Figaros Hochzeit“ (1897), „Cyrano von Bergerac“ (1898), „Peer Gynt“ (1916) –, und seine Cyrano-Fassung ist bis heute die auf deutschen Bühnen gebräuchliche. Als Mitbegründer des Bühnenschriftsteller-Verbands, erster Präsident des deutschen PEN-Clubs (1925–1932) und Senatsvorsitzender der Sektion Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste war er ein Mann der literarischen Institutionen.
1933 wurde er als Jude aus der Akademie ausgeschlossen, 1935 mit Publikationsverbot belegt; seine Stücke verschwanden von den Spielplänen, sein Vermögen wurde beschlagnahmt, ein Visum für die USA blieb ihm trotz Bürgschaft seines Sohnes verwehrt. Nachdem ihm auch die Bitte abgeschlagen worden war, den Ring des Burgtheaters behalten zu dürfen, nahm er sich im März 1939 das Leben. Sein Grab auf dem Waldfriedhof Dahlem ist ein Ehrengrab der Stadt Berlin.
Werke:
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Ludwig Fulda
Deutsch
26.03.2012
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