Anastasius Grün
Anastasius Grün (1806 – 1876)Ein Anfang ist kein Meisterstück, doch guter Anfang halbes Glück.
Anastasius Grün, mit bürgerlichem Namen Anton Alexander Graf von Auersperg, wurde am 11. April 1806 in Laibach, dem heutigen Ljubljana, geboren und starb am 12. September 1876 in Graz. Der Lyriker und liberale Politiker gilt als Wortführer der politischen Dichtung des Vormärz.
Er wuchs auf Schloss Thurn am Hart in Unterkrain auf; den Vater verlor er mit zwölf Jahren. Am Theresianum und im Wiener Institut Klinkowström, wo der junge France Prešeren sein Hauslehrer war, erhielt er seine Bildung; danach studierte er Philosophie und Recht in Graz und Wien.
Nach den „Blättern der Liebe“ (1830) und dem Romanzenkranz „Der letzte Ritter“ (1830) erschienen 1831 anonym die „Spaziergänge eines Wiener Poeten“, eine Abrechnung mit dem Metternich’schen System, die den Grafen zum gefeierten Dichter der Freiheit machte. „Schutt“ (1835), die „Gedichte“ (1837) und die Satire „Nibelungen im Frack“ (1843) festigten seinen Ruf; mit Nikolaus Lenau verband ihn eine enge Freundschaft, dessen Werke er später herausgab.
1848 saß er im Vorparlament und in der Frankfurter Nationalversammlung, zog sich aber bald enttäuscht zurück. Ab 1860 wirkte er im Verstärkten Reichsrat, ab 1861 lebenslang im Herrenhaus und im Krainer Landtag als Vertreter des deutschliberalen Lagers. Das Epos „Der Pfaff vom Kahlenberg“ (1850), die Übertragung slowenischer „Volkslieder aus Krain“ (1850) und der Balladenkranz „Robin Hood“ (1864) nach altenglischen Volksliedern gehören zu seinen späteren Arbeiten.
Grün starb nach einem Schlaganfall und wurde in der Familiengruft in Thurn am Hart beigesetzt. Seine Spruchdichtung „In der Veranda“ erschien posthum 1876. In der Literaturgeschichte steht er als Vermittler zwischen der Wiener Romantik und dem politischen Liedgut des Jahres 1848.
Werke:
|
Anastasius Grün
Deutsch
31.10.2019
1.32 MB
178
5.762