Jaroslav Hašek
Jaroslav Hašek (1883 – 1923)Eine große Zeit erfordert große Menschen. Es gibt verkannte, bescheidene Helden, ohne den Ruhm und die Geschichte eines Napoleon.
Jaroslav Hašek (auch Jaroslav Hasek, Jaroslav Matěj František Hašek) wurde am 30. April 1883 in Prag geboren und starb am 3. Jänner 1923 in Lipnice nad Sázavou. Der tschechische Satiriker, Journalist und Bohemien schuf mit dem braven Soldaten Schwejk eine der bekanntesten Figuren der Weltliteratur.
Sein Vater, ein Hilfslehrer, starb 1896 an den Folgen seiner Trunksucht; Hašek brach das Gymnasium ab, begann eine Drogistenlehre und absolvierte später die Handelsakademie. Nach wenigen Wochen in einer Bank gab er den bürgerlichen Beruf auf und lebte fortan als freier Schriftsteller, Vagabund und Stammgast der Prager Kneipen. Um 1904 schloss er sich den Anarchisten an, redigierte deren Zeitschrift „Komuna“ und wurde mehrfach verhaftet.
Hašek schrieb Hunderte von Humoresken und Feuilletons für Prager Blätter. Als Redakteur der Zeitschrift „Svět zvířat“ erfand er nie existierende Tiere, danach handelte er mit Hunden gefälschter Abstammung. 1911 gründete er die parodistische „Partei des gemäßigten Fortschritts in den Grenzen des Gesetzes“ und kandidierte mit ihr zum Reichsrat. Im selben Jahr erschienen erste Schwejk-Geschichten, 1912 gesammelt als „Der brave Soldat Schwejk und andere seltsame Geschichten“.
1915 rückte er zum Infanterieregiment 91 ein und geriet an der Ostfront in russische Gefangenschaft. Er schloss sich den Tschechoslowakischen Legionen an, wechselte 1918 zu den Bolschewiki und diente als politischer Kommissar der Roten Armee in Sibirien, weshalb die Legion ihn in Abwesenheit zum Tode verurteilte. Ende 1920 kehrte er mit einer russischen Gefährtin nach Prag zurück, obwohl seine Ehe mit Jarmila Mayerová nie geschieden worden war.
In Lipnice schrieb und diktierte er ab 1921 „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk während des Weltkriegs“, zunächst in Heftlieferungen mit Zeichnungen von Josef Lada. Der Roman blieb beim vierten Teil unvollendet, als Hašek, von Tuberkulose und Alkohol gezeichnet, mit 39 Jahren starb; Karel Vaněk setzte ihn fort. Die deutsche Übersetzung von Grete Reiner (1926) machte das Buch, nicht zuletzt durch Erwin Piscators Berliner Inszenierung 1928 nach Max Brod und Hans Reimann, zum Welterfolg und prägte mit ihrem „Böhmakeln“ das Prager Deutsch der Leser über Generationen.
Werke:
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Jaroslav Hašek
Deutsch
29.09.2015
10.09 MB
518
20.531