Homer
Homer (8. Jh. v. Chr.)Aber der Mensch entwirft, und Zeus vollendet es anders.
Homer (griechisch Hómēros, lateinisch Homerus) lebte nach heutiger Auffassung in der zweiten Hälfte des 8. oder zu Beginn des 7. Jahrhunderts v. Chr., vermutlich im ionischen Kleinasien; Geburts- und Sterbeort sind unbekannt. Unter seinem Namen sind die beiden ältesten Epen Europas überliefert, „Ilias“ und „Odyssee“.
Über die Person wusste schon die Antike nichts Gesichertes. Sieben Städte, darunter Smyrna, Chios und Kolophon, beanspruchten ihn als ihren Sohn; die Überlieferung machte aus ihm einen blinden Wandersänger, der auf der Insel Ios gestorben sei.
Die Epen entstanden aus einer jahrhundertealten mündlichen Sängertradition, deren feste Formeln und wiederkehrende Verse sie bewahren, und wurden wohl erst nach Einführung der griechischen Alphabetschrift aufgezeichnet. Ob ein einzelner Dichter beide Werke schuf, ob die jüngere „Odyssee“ von anderer Hand stammt oder ob „Homer“ nur der Name für eine ganze Überlieferung ist, verhandelt die Forschung seit dem 18. Jahrhundert als „Homerische Frage“. Die genaue Kenntnis adliger Lebensformen, die aus den Versen spricht, passt jedenfalls schlecht zum Bild des armen Wandersängers.
Die „Ilias“ erzählt in rund 16 000 Hexametern von wenigen Wochen des zehnten Kriegsjahres vor Troja und vom Zorn des Achilleus; die „Odyssee“ führt den heimkehrenden Odysseus über zehn Jahre nach Ithaka. Hinzu kommen die „Homerischen Hymnen“ und der „Froschmäusekrieg“, die ihm die Antike zuschrieb, die aber von anderen Verfassern stammen dürften.
Für die Griechen war Homer der Dichter schlechthin, Grundlage des Unterrichts und eines gemeinsamen Selbstverständnisses; Rom übernahm diese Verehrung, Vergil antwortete mit der „Aeneis“. Nach dem Mittelalter, das den griechischen Text im Westen verloren hatte, wurde Homer in der Renaissance neu entdeckt. Für den deutschen Sprachraum wurden die Übersetzungen von Johann Heinrich Voß – „Odyssee“ 1781, „Ilias“ 1793 – maßgeblich, in denen Goethe, Schiller und Hölderlin ihren Homer lasen.
Werke:
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Homer
Deutsch
30.07.2012
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