Ellen Key
Ellen Karolina Sofia Key (1849 – 1926)Die große Liebe entsteht nur, wenn das Verlangen nach einem Wesen des anderen Geschlechtes mit der Sehnsucht nach einer Seele unserer eigenen Art verschmilzt.
Ellen Karolina Sofia Key, geboren am 11. Dezember 1849 auf Gut Sundsholm in Småland, gestorben am 25. April 1926 in ihrem Haus Strand am Vättern, war eine schwedische Schriftstellerin, Pädagogin und Vordenkerin der Lebensreform. Um 1900 zählte sie zu den meistgelesenen Essayistinnen Europas, verehrt und bekämpft zugleich.
Sie wuchs als ältestes von sechs Kindern eines Gutsbesitzers auf, der später als Reichstagsabgeordneter die schwedische Bauernpartei mitbegründete; die Mutter stammte aus altem Adel. Eine Schule besuchte Ellen Key nie, Hauslehrerinnen und die Bibliothek des Vaters bildeten sie.
Nach dem wirtschaftlichen Niedergang der Familie unterrichtete Key zwei Jahrzehnte lang an einer privaten Mädchenschule in Stockholm und lehrte Literatur und Kulturgeschichte am Arbeiterinstitut. Ihre Vorträge vor Arbeiter- und Frauenvereinen machten sie bekannt; mit „Mißbrauchte Frauenkraft“ (1896) brachte sie die bürgerliche Frauenbewegung gegen sich auf, weil sie der Frau nicht den Beruf, sondern die Mutterschaft als eigentliche Bestimmung zusprach.
Den Durchbruch brachte „Das Jahrhundert des Kindes“ (1900, deutsch 1902), ein Plädoyer für eine Erziehung, die das Kind nicht bricht, sondern wachsen lässt – zugleich ein Buch, dessen Gedanken zu Auslese und Rassenhygiene aus dem Zeitgeist des Darwinismus stammen und heute befremden. Die Essays „Über Liebe und Ehe“ (schwedisch 1903, deutsch 1904) fordern die freie Partnerwahl, das Recht auf Mutterschaft ohne Ehe und erleichterte Scheidung; in Deutschland lösten sie eine erbitterte Debatte aus. Weitere Schriften wie „Der Lebensglaube“ (1906) und „Die Frauenbewegung“ (1909) verbreiteten ihre Ideen in zahlreichen Übersetzungen.
Ab 1903 lebte Key als freie Schriftstellerin, reiste durch Europa und baute sich 1910 am Vättern das Haus Strand, das sie testamentarisch arbeitenden Frauen als Erholungsheim vermachte. Rainer Maria Rilke und Martin Buber gehörten zu ihren Freunden. In der Reformpädagogik wirkt sie bis heute nach, und als Stimme einer neuen Sittlichkeit, die Liebe und Ehe nicht mehr als Pflicht, sondern als Wahl begriff, bleibt sie eine der prägenden Figuren der Jahrhundertwende.
Werke:
|
Ellen Key
Deutsch
07.08.2014
1.62 MB
218
9.159