Konfuzius
Konfuzius (Kong Qiu, Kongzi, Kong Fuzi) (um 551 – 479 v. Chr.)Lernen, ohne zu denken, ist eitel; denken, ohne zu lernen, ist gefährlich.
Konfuzius, eigentlich Kong Qiu (auch Kongzi oder Kong Fuzi, „Meister Kong“; die latinisierte Form stammt von den Jesuiten), geboren nach der Überlieferung 551 v. Chr. in Qufu im Staat Lu, der heutigen Provinz Shandong, gestorben 479 v. Chr. ebenda, war ein chinesischer Lehrer und Philosoph. Seine Lehre von der sittlichen Ordnung des Gemeinwesens hat das Denken Ostasiens über zweieinhalb Jahrtausende geprägt wie keine andere.
Er entstammte einer verarmten Adelsfamilie; der Vater starb früh, die Mutter zog ihn auf. Mit neunzehn Jahren heiratete er und trat in den Dienst des Staates Lu. Was über sein Leben bekannt ist, beruht vor allem auf der Biografie des Historikers Sima Qian aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. und ist mit Legenden durchsetzt.
Um das fünfzigste Lebensjahr bekleidete er in Lu ein hohes Amt, gab es aber bald auf, als der Fürst seinem Rat nicht folgte. Es begannen rund dreizehn Jahre der Wanderung, in denen er von Hof zu Hof zog, um einen Herrscher zu finden, der seine Vorstellungen von einer Regierung durch Tugend statt durch Gewalt verwirklichen würde. Er fand keinen. 484 v. Chr. kehrte er nach Lu zurück und widmete die letzten Jahre dem Unterricht seiner Schüler und dem Studium der alten Schriften.
Im Mittelpunkt seiner Lehre stehen die Menschlichkeit (ren), die Rechtschaffenheit (yi), die Ehrfurcht gegenüber den Eltern (xiao) und die Riten (li) als Form, in der sich Anstand und Ordnung verkörpern. Ziel ist der Edle (junzi), der sich durch Bildung und Selbstkultivierung bildet, nicht durch Geburt; Bildung soll allen offenstehen. Konfuzius selbst hat nichts Eigenes hinterlassen: Die „Gespräche“ (Lunyu) wurden von Schülern und deren Schülern in den Generationen nach seinem Tod aus Aussprüchen und Anekdoten zusammengestellt. Die Zulu-Ausgabe folgt der Übersetzung von Richard Wilhelm (1910), die das Werk im deutschen Sprachraum heimisch machte.
Zu Lebzeiten ohne politischen Erfolg, wurde Konfuzius seit der Han-Dynastie zur Leitfigur der chinesischen Staatslehre; Menzius und Xunzi führten seine Gedanken fort, Zhu Xi stellte im 12. Jahrhundert die „Vier Bücher“ zusammen, die bis 1905 Grundlage der Beamtenprüfungen blieben. Sein Grab und der Tempel in Qufu gehören zu den großen Gedenkstätten Chinas, und die Auseinandersetzung mit seinem Denken ist in Ostasien bis heute nicht abgeschlossen.
Werke:
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Konfuzius
Deutsch
22.09.2014
1.07 MB
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