Wilhelm Löhe
Johann Konrad Wilhelm Löhe (1808 – 1872)So ein Buch ist ein Stück Leben, das man fünf, sechs Jahre nachdem es geworden, laßen muß, wie es einmal gerathen ist. Wollte man es umgießen, es würde eine ganz andere Glocke werden.
Johann Konrad Wilhelm Löhe wurde am 21. Februar 1808 in Fürth geboren und starb am 2. Jänner 1872 in Neuendettelsau. Der lutherische Pfarrer, Erneuerer des Gottesdienstes und Gründer der Neuendettelsauer Diakonie zählt zu den prägenden Gestalten des konfessionellen Luthertums im 19. Jahrhundert.
Löhe war das Kind eines Fürther Kaufmanns, der früh starb; die Mutter erzog ihn im Geist des Pietismus. Ab 1826 studierte er Theologie in Erlangen, wo ihn der reformierte Pfarrer Christian Krafft prägte, und 1828 ein Semester in Berlin bei Schleiermacher und Hegel, die ihm fremd blieben.
Nach der Ordination 1831 wanderte er als Vikar und Pfarrverweser durch fränkische Gemeinden, da seine erwecklichen Predigten den Kirchenbehörden missfielen, bis er 1837 die abgelegene Pfarrei Neuendettelsau erhielt – und sie bis zu seinem Tod nicht mehr verließ. Von dort aus entfaltete er eine Wirkung weit über Bayern hinaus: Ab 1841 bildete er Sendlinge für die deutschen Auswanderer in Nordamerika aus, aus deren Arbeit die Gemeinde Frankenmuth in Michigan, die Mitgründung der Missouri-Synode (1847) und nach dem Bruch mit ihr die Iowa-Synode (1854) hervorgingen.
1854 gründete er die Diakonissenanstalt Neuendettelsau, aus der eines der größten diakonischen Werke Europas erwuchs. Seine Schriften begleiteten dieses Lebenswerk: die „Agende für christliche Gemeinden des lutherischen Bekenntnisses“ (1844) erneuerte die Liturgie, die „Drei Bücher von der Kirche“ (1845) entwarfen ein lutherisches Kirchenverständnis gegen Union und Staatskirchentum, die „Samenkörner des Gebetes“ (1840) und die „Evangelien-Postille“ (1848) erreichten die Gemeinden. Mit der bayerischen Landeskirche stand er wegen seines Amtsverständnisses jahrelang im Streit und erwog zeitweise die Gründung einer Freikirche.
Löhes Verbindung von strengem Bekenntnis, gottesdienstlicher Schönheit und tätiger Nächstenliebe hat die lutherischen Kirchen in Deutschland und den Vereinigten Staaten nachhaltig geprägt; die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern führt ihren Namenszusatz auf ihn zurück. Sein Wahlspruch stammte aus dem 25. Psalm: „Schlecht und recht, das behüte mich, denn ich harre dein.“
Werke:
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Wilhelm Löhe
Deutsch
21.04.2016
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