Pierre Louÿs
Pierre Louÿs (1870 – 1925)Füge deinem Nächsten keinen Schaden zu. Dies wohl verstanden, tu, was dir gefällt.
Pierre Louÿs (eigentlich Pierre Félix Louis, auch Louys), geboren am 10. Dezember 1870 in Gent, gestorben am 4. Juni 1925 in Paris, war ein französischer Lyriker und Romancier. Er gilt als einer der Meister der erotischen Literatur Frankreichs und als Vollender einer antikisierenden Sinnlichkeit im Geist des Parnasse.
Der Sohn eines Pariser Anwalts wuchs nach dem frühen Tod der Mutter in Paris auf und besuchte die École Alsacienne, wo seine lebenslange Freundschaft mit André Gide begann. Schon als Schüler schrieb er Gedichte und suchte den Kontakt zu Leconte de Lisle, José-Maria de Heredia und Stéphane Mallarmé. 1891 gründete er die Zeitschrift „La Conque“, in der neben den Parnassiens und Symbolisten auch der junge Paul Valéry erstmals veröffentlichte.
Berühmt wurde Louÿs 1894 mit den „Chansons de Bilitis“, lyrischen Prosagedichten, die er als Übersetzung einer unbekannten griechischen Dichterin aus dem Kreis der Sappho ausgab – eine der elegantesten Mystifikationen der Literaturgeschichte, die selbst Fachgelehrte täuschte und Claude Debussy zu Vertonungen anregte. Der Roman „Aphrodite“ (1896), ein Sittenbild aus dem hellenistischen Alexandria, machte ihn zum Erfolgsautor; „La Femme et le pantin“ (1898) wurde später von Josef von Sternberg und Luis Buñuel verfilmt, „Les Aventures du roi Pausole“ (1901) entwirft eine heitere Utopie der Freizügigkeit.
1899 heiratete Louÿs Louise de Heredia, die jüngste Tochter seines Mentors; die Ehe wurde 1913 geschieden. Nach der Jahrhundertwende veröffentlichte er kaum noch, lebte zurückgezogen zwischen Schulden, Morphium und einer Bibliothek von rund 20.000 Bänden und verfasste erotische Schriften, die erst nach seinem Tod gedruckt wurden. Er starb mit 54 Jahren und liegt auf dem Friedhof Montparnasse begraben.
Sein Werk wirkte auf Musik, Film und bildende Kunst weit stärker als auf die Literatur. Die deutschen Übersetzungen von „Aphrodite“ und den Erzählungen erschienen bereits um 1900 und begründeten seinen Ruf auch im deutschen Sprachraum.
Werke:
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Pierre Louÿs
Deutsch
24.05.2016
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