Rosa Mayreder
Rosa Mayreder (1858 – 1938)Wer sich von den Normen der Weiblichkeit unabhängig macht, hat sie nicht zugleich aufgehoben.
Rosa Mayreder, geborene Obermayer, wurde am 30. November 1858 in Wien geboren und starb am 19. Jänner 1938 ebendort. Die Schriftstellerin und Kulturphilosophin war die führende Theoretikerin der österreichischen Frauenbewegung.
Sie wuchs als eines von zwölf Kindern des wohlhabenden Gastwirts Franz Arnold Obermayer im Winterbierhaus in der Wiener Innenstadt auf. Gegen die übliche Töchtererziehung setzte sie durch, mit ihren Brüdern Latein und Griechisch zu lernen; Malerei und Musik ergänzten eine weitgehend autodidaktische Bildung. 1881 heiratete sie den Architekten Karl Mayreder.
1893 gründete sie mit Auguste Fickert und Marie Lang den Allgemeinen Österreichischen Frauenverein, 1897 die Kunstschule für Frauen und Mädchen, 1899 gab sie die Zeitschrift „Dokumente der Frauen“ mit heraus. Für Hugo Wolf schrieb sie das Libretto der Oper „Der Corregidor“ (1896). Ihre Erzählungen „Idole“ (1899) und „Pipin“ (1903) blieben Nebenwerke neben dem, was sie als Essayistin leistete.
„Zur Kritik der Weiblichkeit“ (1905) analysiert die Geschlechterrollen als Kulturprodukte und nicht als Naturgesetze; das Buch wurde ins Englische übersetzt und fand in Europa und Amerika Beachtung. „Geschlecht und Kultur“ (1923) führte die Gedanken fort. Im Ersten Weltkrieg trat sie der Friedensbewegung bei und leitete ab 1919 die österreichische Sektion der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit.
Ab 1912 pflegte sie ihren psychisch erkrankten Mann; ihre Erinnerungen „Das Haus in der Landskrongasse“ erschienen erst 1948. Die Stadt Wien verweigerte ihr 1928 wegen eines jüdischen Großvaters die Ehrenbürgerschaft und ernannte sie zur „Bürgerin ehrenhalber“. Sie starb wenige Wochen vor dem Anschluss Österreichs; 1997 setzte die Republik ihr Porträt auf den 500-Schilling-Schein.
Werke:
|
Rosa Mayreder
Deutsch
07.08.2014
2.19 MB
143
8.648