Margarete von Navarra
Margarete von Navarra (1492 – 1549)Dermalen hörte ich jene hohen Frauen und andere Hofleute darüber beratschlagen, wie man gleiches zustande bringen könne, in einem nur von Boccaccio verschieden: jegliche dieser Novellen sollte ausschließlich wahre Vorfälle behandeln.
Margarete von Navarra (Marguerite de Navarre, auch d’Angoulême oder d’Alençon) wurde am 11. April 1492 in Angoulême geboren und starb am 21. Dezember 1549 auf Schloss Odos in der Bigorre. Die Schwester Franz’ I. war die erste bedeutende Erzählerin der französischen Literatur.
Als Tochter Karls von Angoulême und Luises von Savoyen erhielt sie mit ihrem Bruder eine humanistische Erziehung. 1509 wurde sie mit Karl IV. von Alençon vermählt; als Franz 1515 den Thron bestieg, wurde sie zur einflussreichsten Frau am Hof, 1525 verhandelte sie in Madrid für den gefangenen König.
Nach dem Tod Alençons heiratete sie 1527 Heinrich II. d’Albret, König von Navarra; ihre Tochter Jeanne d’Albret wurde die Mutter Heinrichs IV. An ihren Höfen in Nérac und Pau fanden Clément Marot, Jacques Lefèvre d’Étaples und andere Anhänger der Reformbewegung Schutz, Rabelais widmete ihr sein „Tiers Livre“. Ihre religiöse Dichtung „Le Miroir de l’âme pécheresse“ (1531) wurde 1533 von der Sorbonne verurteilt, was nur das Eingreifen des Königs abwendete.
1547 erschien die Sammlung „Les Marguerites de la Marguerite des princesses“. Seit etwa 1542 arbeitete sie an einem nach dem Vorbild des „Decamerone“ angelegten Novellenwerk, das bei ihrem Tod 72 Geschichten umfasste; es erschien 1558 verstümmelt und 1559 vollständig unter dem Titel „Heptameron“ und verbindet höfisches Erzählen mit der Debatte über Liebe, Treue und Glauben.
Margarete zog sich nach dem Tod des Bruders 1547 zurück und starb zwei Jahre später. Die Nachwelt hat sie als „Mutter der Renaissance“ bezeichnet; ihr Heptameron blieb bis heute die lebendigste Quelle für das Denken und die Gesellschaft des französischen Hofes ihrer Zeit.
Werke:
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Margarete von Navarra
Deutsch
07.06.2016
4.57 MB
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