Franziska zu Reventlow
Franziska Gräfin zu Reventlow (1871 – 1918)Ich darf nur lieben, aber niemals jemandem gehören.
Franziska Gräfin zu Reventlow (geboren als Fanny Sophie Auguste Liane Adrienne Wilhelmine Gräfin zu Reventlow) wurde am 18. Mai 1871 im Schloss vor Husum geboren und starb am 26. Juli 1918 in Locarno. Die Schriftstellerin und Übersetzerin ist als „Skandalgräfin“ der Münchner Bohème in die Literaturgeschichte eingegangen.
Sie war das fünfte von sechs Kindern des preußischen Landrats Ludwig Graf zu Reventlow und seiner Frau Emilie, geborene Gräfin zu Rantzau. Gegen die strenge Mädchenerziehung lehnte sie sich früh auf; 1892 schloss sie das Lehrerinnenseminar ab und brach mit der Familie.
Eine 1894 geschlossene Ehe mit dem Hamburger Gerichtsassessor Walter Lübke hielt nur kurz. 1897 brachte sie in München ihren Sohn Rolf zur Welt, dessen Vater sie nie nannte, und lebte fortan als Malerin, Übersetzerin und Gelegenheitsarbeiterin in Schwabing. Die Erzählung „Das gräfliche Milchgeschäft“ (1897) spielt ironisch mit dem Abstieg einer Adeligen in den Broterwerb. Im Kreis der „Kosmiker“ um Ludwig Klages, Karl Wolfskehl und Alfred Schuler wurde sie zur „heidnischen Madonna“ stilisiert.
Den Lebensunterhalt sicherte sie mit über vierzig Übersetzungen französischer Romane für den Verlag Albert Langen. Ihr autobiografischer Roman „Ellen Olestjerne“ (1903), die Erzählung „Von Paul zu Pedro“ (1912), der Schwabinger Schlüsselroman „Herrn Dames Aufzeichnungen“ (1913) und „Der Geldkomplex“ (1916) verbinden heiteren Ton mit genauer Beobachtung einer Frau, die sich keiner Konvention fügen wollte.
1910 übersiedelte sie nach Ascona, 1911 ging sie eine Scheinehe mit dem Baron Alexander von Rechenberg-Linten ein. Sie starb an den Folgen eines Fahrradsturzes. Ihre 1925 veröffentlichten Tagebücher und Briefe zeigen sie als eine der freiesten Frauengestalten des Jahrhundertbeginns.
Werke:
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Franziska zu Reventlow
Deutsch
17.04.2012
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