Joseph Roth
Moses Joseph Roth (1894 – 1939)Mein stärkstes Erlebnis war der Krieg und der Untergang meines Vaterlandes, des einzigen, das ich je besessen habe: der österreichisch-ungarischen Monarchie.
Moses Joseph Roth, geboren am 2. September 1894 in Brody in Ostgalizien, gestorben am 27. Mai 1939 in Paris, war ein österreichischer Schriftsteller und Journalist. Mit seinen Romanen über den Untergang der Habsburgermonarchie zählt er zu den großen Erzählern der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts.
Roth wuchs in einer jüdischen Familie auf; der Vater verschwand nach einer psychischen Erkrankung früh aus seinem Leben, die Mutter zog ihn allein groß. Nach der Matura studierte er Germanistik in Lemberg und Wien, bis ihn der Erste Weltkrieg aus dem Studium riss.
Nach dem Krieg wandte sich Roth dem Journalismus zu, zunächst in Wien, ab 1920 in Berlin. Als Feuilletonist der „Frankfurter Zeitung“ wurde er zu einem der gefragtesten Reporter der Weimarer Republik, berichtete aus Paris, der Sowjetunion und dem Balkan und lebte in Hotels statt in Wohnungen. 1922 heiratete er Friederike Reichler, deren schwere seelische Erkrankung ab 1928 sein Leben überschattete; sie wurde 1940 ein Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde.
Seine frühen Romane wie „Hotel Savoy“ (1924) und „Die Flucht ohne Ende“ (1927) stehen der Neuen Sachlichkeit nahe. Mit „Hiob“ (1930), dem Roman eines ostjüdischen Lehrers, und „Radetzkymarsch“ (1932), der Chronik der Familie Trotta über drei Generationen der Monarchie, fand er zu seinem eigenen Ton: elegisch, genau und von einer Melancholie, die das Verlorene nicht verklärt. Am Tag der Machtübernahme Hitlers verließ Roth Deutschland.
Das Exil in Paris war von Geldnot und fortschreitendem Alkoholismus gezeichnet, blieb aber literarisch fruchtbar: „Die Kapuzinergruft“ (1938) führt die Geschichte der Trotta bis zum Anschluss Österreichs weiter, „Die Geschichte von der 1002. Nacht“ (1939) entwirft in der Begegnung eines persischen Schahs mit dem Wien der Jahrhundertwende ein letztes, bitteres Bild der alten Welt; die Novelle „Die Legende vom heiligen Trinker“ (1939) erschien postum. Roth starb mit 44 Jahren in einem Pariser Armenhospital. Sein lange halb vergessenes Werk gilt heute als Klassiker der Moderne.
Werke:
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Joseph Roth
Deutsch
09.04.2014
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