Wilhelm Ruland
Wilhelm Ruland (1869 – 1927)Ich hoffe, daß die Einfalt und schlichte Tiefe dieser alten Märchen dem abendländischen Leser mancherlei verschwingende Werte erschließt, an denen das Morgenland so reich ist.
Wilhelm Ruland wurde am 15. Oktober 1869 in Bonn geboren und starb am 29. Juli 1927 in München. Der Schriftsteller und Journalist ist vor allem als Sammler und Nacherzähler der rheinischen Sagenwelt in Erinnerung geblieben.
Ruland studierte Literaturgeschichte und neuere Sprachen und wurde 1896 in Rostock promoviert. Er verdiente seinen Unterhalt als Hauslehrer, zeitweise als Prinzenerzieher, in Bayern, Österreich und Italien, bevor er 1898 bis 1902 in Leipzig als Redakteur und Verlagsdirektor arbeitete.
Ausgedehnte Reisen führten ihn in den Nahen Osten, von Tanger bis Kairo, wo er den Märchenerzählern auf den Marktplätzen zuhörte. Später lebte er in München, zunächst in der Redaktion der „Münchner Neuesten Nachrichten“, zuletzt als freier Schriftsteller. Neben Erzählungen, Gedichten und Theaterstücken schrieb er Arbeiten zur bulgarischen Geschichte und eine „Habsburger-Chronik“ (1908).
Sein bekanntestes Buch ist das „Rheinische Sagenbuch“ (1896), eine Sammlung der Sagen zwischen Zuiderzee und Bodensee, die bis in die 1930er Jahre zahlreiche Auflagen und 1906 eine englische Ausgabe erlebte. Die „Morgenländischen Märchen“ (1924) fassen seine orientalischen Funde in freier, auch für junge Leser gedachter Form zusammen. Rulands Prosa ist schlicht und volkstümlich; als Sammler hat er mehr bewahrt, als er als Dichter geschaffen hat.
Werke:
|
|
Wilhelm Ruland
Deutsch
25.09.2014
1.33 MB
158
11.401