Lukian von Samosata
Lukian von Samosata (um 120 – um 180 n. Chr.)Genieße, was du hast, als ob du heute noch sterben solltest, aber spar es auch, als ob du ewig lebtest.
Lukian von Samosata (griechisch Lukianos, lateinisch Lucianus Samosatensis), geboren um 120 n. Chr. in Samosata am Euphrat in der römischen Provinz Syrien, gestorben um 180 oder wenig später, vermutlich in Alexandria, war ein griechischsprachiger Satiriker und Redner der Kaiserzeit. Er gilt als der witzigste Spötter der Antike und als Erfinder des satirischen Dialogs.
Lukian stammte aus einer hellenisierten syrischen Familie bescheidener Verhältnisse; er selbst nannte sich einen Syrer und zugleich einen Griechen. Die Lehre beim Onkel, einem Bildhauer, brach er früh ab und ging nach Ionien, wo er sich die griechische Literatur und die Redekunst aneignete.
Als Gerichtsredner und Wanderrhetor zog er durch Kleinasien, Griechenland, Italien und Gallien und kam zu Ansehen und Vermögen. Um das vierzigste Lebensjahr wandte er sich von der Deklamationskunst ab und entwickelte in Athen, wo er sich längere Zeit aufhielt, eine neue Form: den komischen Dialog, der die philosophische Gesprächsform Platons mit dem Spott der Alten Komödie und der Satire des Menippos verband. Im Alter bekleidete er ein Amt in der Verwaltung des römischen Statthalters von Ägypten.
Rund achtzig Schriften sind unter seinem Namen überliefert. In den „Göttergesprächen“ und „Totengesprächen“ entlarvt er Olymp und Unterwelt als menschlich-allzumenschliche Gesellschaft, die „Hetärengespräche“ belauschen mit leichter Hand das Liebesleben der athenischen Halbwelt, die „Wahren Geschichten“ parodieren als Mondreise die Lügen der Reiseschriftsteller. In „Alexander oder der Lügenprophet“ und „Vom Ende des Peregrinos“ nimmt er die religiösen Scharlatane seiner Zeit aufs Korn, „Wie man Geschichte schreiben soll“ ist die einzige erhaltene antike Theorie der Geschichtsschreibung.
Byzanz las ihn mit Vergnügen und schalt ihn einen Gotteslästerer; die Renaissance entdeckte ihn neu. Erasmus und Thomas Morus übersetzten ihn, Erasmus’ „Lob der Torheit“ ist ohne ihn nicht denkbar, und Swift, Voltaire und Fontenelle schrieben in seiner Nachfolge. Christoph Martin Wielands Übersetzung der sämtlichen Werke (1788–1789) machte ihn zum Hausgut der deutschen Aufklärung.
Werke:
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Lukian von Samosata
Deutsch
07.07.2009
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