Jonathan Swift
Jonathan Swift (1667 – 1745)Wir haben Religion genug, um einander zu hassen, aber nicht genug, um einander zu lieben.
Jonathan Swift wurde am 30. November 1667 in Dublin geboren und starb dort am 19. Oktober 1745. Der anglikanische Geistliche, Pamphletist und Satiriker gilt als der schärfste Prosaist der englischen Sprache; „Gullivers Reisen“ ist zugleich Kinderklassiker und Abrechnung mit der Menschheit.
Swift kam als nachgeborener Sohn eines früh verstorbenen englischen Juristen zur Welt und wuchs unter der Obhut eines Onkels auf. Er studierte am Trinity College in Dublin und trat 1689 als Sekretär in den Dienst des Diplomaten Sir William Temple in Moor Park, in dessen Bibliothek er seine Bildung vollendete.
Dort entstand „A Tale of a Tub“ („Ein Tonnenmärchen“, 1704), eine Satire auf die Streitigkeiten der Konfessionen, die ihn berühmt machte und ihm zugleich jede höhere Kirchenlaufbahn verbaute. 1695 zum Priester geweiht, pendelte Swift zwischen irischen Pfründen und London, wo er um 1710 als Publizist der Tory-Regierung zu den einflussreichsten Federn des Landes gehörte. 1713 wurde er Dekan der St. Patrick's Cathedral in Dublin – aus seiner Sicht eine Verbannung.
In Irland wandte er sich der Sache des unterdrückten Landes zu. Die „Drapier's Letters“ (1724) brachten eine englische Münzreform zu Fall und machten ihn zum Volkshelden; „A Modest Proposal“ (1729), der Vorschlag, irische Kinder als Speise zu verkaufen, ist bis heute das Muster der bitteren Ironie. „Gulliver's Travels“ (1726) verbindet die Form des Reiseberichts mit einer Kritik an Politik, Wissenschaft und menschlicher Natur, die von Buch zu Buch schwärzer wird.
Seine Beziehungen zu Esther Johnson („Stella“) und Esther Vanhomrigh („Vanessa“) sind nie ganz aufgeklärt worden. In den letzten Jahren litt Swift an einer Krankheit des Gleichgewichtsorgans und wurde 1742 entmündigt. Sein Vermögen hinterließ er der Gründung eines Hospitals für Geisteskranke in Dublin. Die Grabinschrift, die er selbst verfasste, spricht von der „wilden Empörung“, die sein Herz nun nicht mehr zerreißen könne.
Werke:
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Jonathan Swift
Deutsch
17.05.2013
1.11 MB
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