Ludwig Tieck
Johann Ludwig Tieck (1773 – 1853)Man lebt, wenn man das Glück hat, mehre Freunde zu besitzen, mit jedem Freunde ein eignes, abgesondertes Leben.
Johann Ludwig Tieck (Pseudonyme Peter Lebrecht, Gottlieb Färber), geboren am 31. Mai 1773 in Berlin, gestorben am 28. April 1853 ebenda, war Dichter, Dramatiker, Herausgeber und Übersetzer. Er gehört zu den Begründern der deutschen Romantik und überlebte sie um Jahrzehnte – als ihr Chronist, Kritiker und zuletzt als „König der Romantik“, wie ihn die Zeitgenossen nannten.
Der Sohn eines Seilermeisters besuchte ab 1782 das Friedrichswerdersche Gymnasium, wo er Wilhelm Heinrich Wackenroder kennenlernte, den Freund seiner Jugend. Schon als Schüler schrieb er für eine Berliner Unterhaltungsfabrik Trivialromane fertig. Ab 1792 studierte er in Halle, Göttingen und Erlangen Geschichte, Philologie und Literatur, ohne Abschluss. Mit „William Lovell“ (1795–1796), den „Volksmärchen“ (1797, darunter „Der blonde Eckbert“ und „Der gestiefelte Kater“), den mit Wackenroder verfassten „Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders“ (1796) und dem Künstlerroman „Franz Sternbalds Wanderungen“ (1798) legte er in wenigen Jahren die Muster der romantischen Erzählkunst vor.
1799/1800 lebte Tieck im Jenaer Kreis um die Brüder Schlegel, Novalis und Fichte, danach bis 1819 mit Unterbrechungen auf dem Gut der Familie Burgsdorff in Ziebingen; Reisen führten ihn nach Rom und Wien. Von 1819 bis 1841 wohnte er in Dresden, wurde Dramaturg am Hoftheater und berühmt für seine abendlichen Vorlesungen, zu denen Besucher aus ganz Europa kamen. 1841 holte ihn Friedrich Wilhelm IV. nach Berlin.
Im „Phantasus“ (1812–1816) fasste er seine Märchen, Novellen und Märchenspiele in einen Rahmen aus Gesprächen über Dichtung und Leben. In Dresden entstanden die Novellen, von „Des Lebens Überfluß“ bis zum unvollendeten „Aufruhr in den Cevennen“, und der späte Roman „Vittoria Accorombona“ (1840). Ab 1826 führte er die von August Wilhelm Schlegel begonnene Shakespeare-Übersetzung mit Wolf Graf Baudissin und seiner Tochter Dorothea zu Ende, die bis heute als Schlegel-Tieck-Ausgabe gelesen wird; sein „Don Quixote“ (1799–1801) war die erste maßgebliche deutsche Fassung.
Tiecks Werk hat die Erzählformen des 19. Jahrhunderts geprägt, von Hoffmann bis Storm; seine Haltung gegen die jüdische Emanzipation gehört zu den Schattenseiten des Bildes. Er starb 1853 in Berlin und liegt auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof II.
Werke:
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Ludwig Tieck
Deutsch
20.04.2015
1.33 MB
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7.361