David Friedrich Weinland
Christoph David Friedrich Weinland (1829 – 1915)Es war eine Zeit – fragt nicht, vor wieviel tausend Jahren, niemand weiß es –, da war ein Meer, wo heute die Schwäbische Alb sich erhebt.
Christoph David Friedrich Weinland (meist David Friedrich Weinland) wurde am 30. August 1829 in Grabenstetten auf der Schwäbischen Alb geboren und starb am 19. September 1915 auf dem Hofgut Hohenwittlingen bei Urach. Der Zoologe und erste Direktor des Frankfurter Zoos wurde mit einem einzigen Buch unsterblich: „Rulaman“, der Erzählung aus der Zeit der Höhlenmenschen, dem ersten deutschen Steinzeitroman.
Weinland war Pfarrerssohn und durchlief die klassische württembergische Laufbahn über das Seminar Maulbronn und das Tübinger Stift. Nach dem theologischen Examen wandte er sich jedoch ganz den Naturwissenschaften zu und wurde 1852 mit einer Arbeit über die Urzeugung promoviert.
Er arbeitete als Assistent am Zoologischen Museum in Berlin und ging dann zu Louis Agassiz nach Harvard. Von dort aus bereiste er Kanada, Mexiko und die Karibik, studierte auf Haiti das Wachstum der Korallen und die Bevölkerung der Insel; 1857 nahm ihn die American Academy of Arts and Sciences auf. Zurück in Deutschland wurde er 1859 erster wissenschaftlicher Direktor des neu gegründeten Zoologischen Gartens in Frankfurt am Main, ein Amt, das er 1863 aus gesundheitlichen Gründen niederlegte.
Fortan lebte Weinland als Privatgelehrter, zunächst in Esslingen, dann auf dem Hofgut Hohenwittlingen inmitten der Höhlenlandschaft seiner Kindheit. Dort entstand für seine Söhne „Rulaman“ (1878), das die Erkenntnisse der jungen Vorgeschichtsforschung über Höhlenbär, Steinwerkzeug und die ersten Bewohner Europas in eine Erzählung übersetzt; ein Jahr später folgte „Kuning Hartfest“ (1879), ein Lebensbild aus der germanischen Frühzeit.
„Rulaman“ wurde in mehrere Sprachen übersetzt, ist bis heute im Druck und hat Generationen junger Leser für Urgeschichte und für die Alb begeistert. Die Schillerhöhle bei Hohenwittlingen, Schauplatz des Buches, trägt in der Erzählung den Namen Tulka-Höhle; eine Gedenktafel an der Falkensteiner Höhle erinnert an den Verfasser.
Werke:
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David Friedrich Weinland
Deutsch
30.03.2018
3.27 MB
184
7.648