Leonid Andrejew
Leonid Andrejew (1871 – 1919)Man nimmt einen lebendigen Menschen, sagen wir Ssergei Golowin, wickelt ihn wie eine Puppe ein und läßt ihn am Halse hängen, bis er tot ist.
Leonid Nikolajewitsch Andrejew wurde am 21. August 1871 in Orjol geboren und starb am 12. September 1919 in Mustamäki in Finnland. Um 1905 war er der meistgelesene Schriftsteller Russlands – ein Erzähler des Grauens, der Angst und der Hinrichtung, den Gorki förderte und Tolstoi verspottete.
Der Sohn eines Landvermessers wuchs in Armut auf, studierte Jura in Petersburg und Moskau und arbeitete kurz als Anwalt, dann als Gerichtsreporter und Feuilletonist einer Moskauer Zeitung. Gorki entdeckte seine Erzählungen und holte ihn in den Kreis der „Snanije“-Autoren.
Mit „Der Abgrund“ (1902), „Im Nebel“ und „Das rote Lachen“ (1904), einer Vision des Russisch-Japanischen Krieges, wurde er berühmt und berüchtigt. Die Revolution von 1905 begrüßte er und wandte sich nach ihrem Scheitern ins Private und Pessimistische; der Tod seiner ersten Frau 1906 vertiefte das Dunkel. Das Drama „Das Leben des Menschen“ (1907) und „Judas Ischariot“ (1907) machten ihn zur Hauptfigur des russischen Symbolismus.
1908 erschien „Die Geschichte von den sieben Gehenkten“: Fünf Terroristen, ein Räuber und ein Knecht warten auf ihre Hinrichtung, jeder auf seine Weise – eine Erzählung über die Todesstrafe, die Tolstoi gewidmet ist und in ganz Europa gelesen wurde. In Deutschland war Andrejew zu dieser Zeit so bekannt wie in Russland.
Den Krieg von 1914 bejahte er, die Oktoberrevolution hasste er; 1917 zog er sich auf seinen Landsitz in Finnland zurück und starb dort zwei Jahre später an einem Herzschlag, verarmt und von beiden Seiten verlassen. In der Sowjetunion lange verschwiegen, gilt er heute als Vorläufer des Expressionismus.
Werke:
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Leonid Andrejew
Deutsch
20.11.2014
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