Hjalmar Bergman
Hjalmar Bergman (1883 – 1931)Frau Olga Janselius saß an ihrem halboffenen Schlafzimmerfenster und betrachtete etwas, das Anlaß zu verschiedenen Gesprächen, noch mehr Geschichten und allerlei Verwicklungen geben sollte.
Hjalmar Fredrik Elgérus Bergman wurde am 19. September 1883 in Örebro geboren und starb am 1. Jänner 1931 in Berlin. Er war neben Strindberg und Lagerlöf der bedeutendste schwedische Erzähler seiner Generation – ein Meister der grotesken Kleinstadtkomödie mit schwarzem Grund.
Der Sohn eines Bankdirektors studierte kurz Philosophie in Uppsala, lebte dann als freier Schriftsteller, lange Jahre in Italien. 1908 heiratete er Stina Lindberg, die Tochter des Schauspielers August Lindberg. Nach dem Tod des Vaters 1915 blieb von dessen Vermögen nur Schulden; von da an musste Bergman vom Schreiben leben, und das folgende Jahrzehnt wurde sein produktivstes.
Seine Romane spielen in Wadköping, einer erfundenen Stadt nach dem Vorbild von Örebro: „Markurells i Wadköping“ (1919) über einen Gastwirt, der am Tag der Matura seines Sohnes erfährt, dass es nicht sein Sohn ist; „Farmor och Vår Herre“ (1921) über eine herrische Großmutter; „Chefen fru Ingeborg“ (1924) über eine Geschäftsfrau, die sich in ihren Schwiegersohn verliebt. „Eros’ Begräbnis“ (1922) versammelt Geschichten aus derselben Welt, in denen Liebe und Lächerlichkeit nie weit auseinanderliegen.
Ein Aufenthalt in Hollywood 1923/24 als Drehbuchautor scheiterte. Bergman litt an Augenleiden, Alkohol und Schlafmitteln; sein letzter Roman „Clownen Jac“ (1930), die Beichte eines Komikers, der seine Angst verkauft, ist eine verschlüsselte Selbstdarstellung. Er starb in der Neujahrsnacht 1931 in einem Berliner Hotel.
Seine Stücke „Swedenhielms“ und „Markurell“ wurden mehrfach verfilmt; Örebro nannte sein Freilichtmuseum Wadköping. Bergmans Humor ist der eines Mannes, der die Menschen durchschaut und trotzdem nicht von ihnen lassen kann.
Werke:
|
Hjalmar Bergman
Deutsch
07.08.2014
1.1 MB
150
7.156