Rudolf Eisler
Rudolf Eisler (1873 – 1926)Begriffe sind der Niederschlag von Einsichten in das Constante, Allgemeine, Charakteristische, Typische einer Gruppe von Objecten, die Concentrierung und Fixierung des in einer Reihe von Urteilen Gedachten.
Rudolf Eisler (ursprünglich Rudolphe Eisler), geboren am 7. Jänner 1873 in Wien, gestorben am 13. Dezember 1926 ebenda, war ein österreichischer Philosoph. Sein Name lebt vor allem in den Nachschlagewerken fort, die er als Privatgelehrter schuf; das „Wörterbuch der philosophischen Begriffe“ gehört bis heute zu den Grundlagen der philosophischen Lexikographie.
Er entstammte einer jüdischen Wiener Kaufmannsfamilie und studierte Philosophie in Leipzig, Prag und Wien. Prägend wurde Wilhelm Wundt, bei dem er 1894 mit einer Arbeit über Kants Lehre von der Apriorität promoviert wurde; 1896 heiratete er in Leipzig Ida Maria Fischer.
Eine akademische Laufbahn blieb ihm verschlossen, als Jude und bekennender Atheist fand er im Wien der Jahrhundertwende keine Professur. Er lebte als Privatgelehrter, finanziell gestützt von seinem Bruder, und arbeitete mit außergewöhnlicher Ausdauer: Auf die „Geschichte der Philosophie im Grundriß“ (1895) folgte 1899 das „Wörterbuch der philosophischen Begriffe“, das in mehreren Auflagen auf drei Bände anwuchs und später die Vorlage für das „Historische Wörterbuch der Philosophie“ bildete. 1907 gehörte er zu den Gründern der Soziologischen Gesellschaft in Wien.
Seine eigene Position nannte er Idealrealismus, einen Versuch, Realismus und Idealismus zu versöhnen; im Anschluss an Wundt vertrat er einen psychophysischen Parallelismus und eine voluntaristische Psychologie. Die „Grundlagen der Philosophie des Geisteslebens“ (1908), „Das Wirken der Seele“ (1909), ein Entwurf zu einer organischen, auf Streben und Wollen gegründeten Psychologie, und „Der Zweck“ (1914) führen diese Gedanken aus. Das „Philosophen-Lexikon“ (1912) und das postum erschienene „Kant-Lexikon“ (1930) ergänzen das lexikalische Werk.
Eisler starb mit 53 Jahren an den Folgen einer Gallensteinoperation. Seine Kinder gingen eigene, politisch radikale Wege: Elfriede wurde als Ruth Fischer Vorsitzende der KPD, Gerhart Eisler kommunistischer Funktionär, Hanns Eisler einer der bedeutenden Komponisten des 20. Jahrhunderts.
Werke:
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Rudolf Eisler
Deutsch
30.07.2014
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