Jakob Frey
Jakob Frey (1824 – 1875)Wie erst die Fremde das Herz mit der vollen Macht sehnsüchtiger Liebe zur Heimat erfüllt, so weiß auch nur die Todesnähe die verborgenste Glückseligkeit des Lebens aufzuwecken.
Jakob Frey (Pseudonyme u. a. J. Reif, F. Kuhn, F. Imhoof), geboren am 13. Mai 1824 in Gontenschwil im Kanton Aargau, gestorben am 30. Dezember 1875 in Bern, war ein Schweizer Erzähler und Journalist. Neben Jeremias Gotthelf und Gottfried Keller gilt er als einer der bedeutenden Schweizer Novellisten des 19. Jahrhunderts.
Frey war der Sohn eines Kleinbauern. An der Kantonsschule in Aarau weckte der Germanist und Sagensammler Ernst Ludwig Rochholz seine Liebe zur Volksüberlieferung. Von 1844 bis 1850 studierte er Geschichte und Philosophie in Tübingen, München und Zürich und wurde promoviert.
Sein Leben lang blieb Frey Journalist auf unsicherer finanzieller Grundlage. 1851 übernahm er die Redaktion des von Heinrich Zschokke gegründeten „Schweizerboten“ in Aarau, saß kurz im Aargauer Großen Rat und wechselte 1856 zur „Berner Zeitung“. Es folgten die „Schweizerische Illustrirte Zeitung“ in Basel und die Zeitschrift „Die Schweiz“ in Bern; 1858 gehörte er zu den Initiatoren einer Vereinigung der schweizerischen Schriftsteller. Ab 1868 lebte er als freier Schriftsteller bei Aarau, zeitweise in drückender Not.
Die Erzählungen in „Zwischen Jura und Alpen“ (1858) und den „Schweizerbildern“ (1864) schildern das bäuerliche Leben seiner Heimat mit genauer Naturbeobachtung, Maß und Wärme, oft von einer Wehmut durchzogen, die seinem von Krankheit und Schicksalsschlägen gezeichneten Leben entspricht. „Die Waise von Holligen“ (1863), als dritter Band von „Zwischen Jura und Alpen“ erschienen, führt in das Bern von 1798, in die Tage des Untergangs der alten Eidgenossenschaft. Viele seiner Geschichten wurden später zu Volksschauspielen bearbeitet.
Frey starb mit 51 Jahren, ein Jahr nachdem er die Leitung des „Sonntagsblatts“ der Berner Zeitung „Der Bund“ übernommen hatte. Sein Sohn Adolf Frey, später Literaturhistoriker und Biograf Kellers und Meyers, gab 1877 die „Neuen Schweizerbilder“ heraus und stellte ihnen ein Lebensbild des Vaters voran; die „Gesammelten Erzählungen“ erschienen 1897 in fünf Bänden.
Werke:
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Jakob Frey
Deutsch
18.08.2015
8.68 MB
154
6.515