Hieronymus
Sophronius Eusebius Hieronymus (um 347 – 420)Ich habe immer eine Verehrung empfunden, nicht für wortreiche Weitschweifigkeit, sondern für heilige Einfachheit.
Sophronius Eusebius Hieronymus (lateinisch Hieronymus, auch Hieronymus von Stridon, Hieronymus von Bethlehem), geboren um 347 in Stridon an der Grenze zwischen Dalmatien und Pannonien, gestorben am 30. September 420 in Bethlehem, war Theologe, Bibelübersetzer und einer der vier großen lateinischen Kirchenväter. Seine lateinische Bibel, die seit dem 16. Jahrhundert Vulgata heißt, blieb über tausend Jahre der maßgebliche Bibeltext des Abendlandes.
Der Sohn wohlhabender christlicher Eltern erhielt in Rom beim Grammatiker Aelius Donatus eine gründliche rhetorische Ausbildung und ließ sich dort um 366 taufen.
Nach Aufenthalten in Trier und Aquileia zog es ihn in den Osten des Reiches: Er lebte einige Jahre als Einsiedler in der syrischen Wüste von Chalkis, wo er Hebräisch zu lernen begann – für einen lateinischen Gelehrten damals eine seltene Entscheidung.
Zum Priester geweiht, hörte er in Konstantinopel Gregor von Nazianz und kam 382 nach Rom, wo er Papst Damasus als Sekretär diente und in dessen Auftrag die lateinischen Evangelien nach dem griechischen Text revidierte. Zugleich wurde er geistlicher Lehrer eines Kreises vornehmer Römerinnen um Paula, Marcella und Eustochium, denen viele seiner Briefe gelten. Seine scharfe Zunge gegen den römischen Klerus trug ihm Feinde ein; nach dem Tod des Damasus musste er 385 die Stadt verlassen.
Mit Paula gründete er 386 in Bethlehem ein Kloster, in dem er bis zu seinem Tod lebte und schrieb. Hier übersetzte er von etwa 390 bis 405 das Alte Testament neu aus dem hebräischen Urtext – gegen den Widerstand derer, die an der griechischen Septuaginta festhalten wollten, darunter Augustinus. Daneben entstanden Bibelkommentare, die Fortsetzung der Weltchronik des Eusebius, das Schriftstellerlexikon „De viris illustribus“ (392) und Streitschriften gegen Rufinus, Jovinian und die Pelagianer, in denen sein kämpferisches Temperament zutage tritt.
Das Konzil von Trient erklärte die Vulgata 1546 zur authentischen Bibel der katholischen Kirche. Die Kunst hat Hieronymus als Büßer in der Wüste und als Gelehrten in der Studierstube mit Löwe und Kardinalshut unzählige Male dargestellt. Er gilt als Schutzpatron der Übersetzer; sein Grundsatz, nicht Wort für Wort, sondern Sinn für Sinn zu übertragen, gehört bis heute zu den Grundfragen jeder Übersetzung.
Werke:
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Hieronymus
Siehe Beschreibung
16.03.2017
6.64 MB
2024
18.270