Wilhelmine von Hillern
Wilhelmine von Hillern (1836 – 1916)Es war eine unerschöpfliche Kraft in dem unterdrückten Herzen – eine Kraft der Liebe wie des Hasses, der Freude wie des Schmerzes, der Hingebung wie des Trotzes.
Wilhelmine von Hillern, geborene Birch, geboren am 11. März 1836 in München, gestorben am 25. Dezember 1916 in Hohenaschau im Chiemgau, war eine deutsche Schauspielerin und Schriftstellerin. Mit „Die Geier-Wally“ schuf sie eine der populärsten Frauengestalten der deutschen Literatur und einen frühen Klassiker des Heimat- und Bergromans.
Sie war das einzige Kind der Schauspielerin und Bühnenautorin Charlotte Birch-Pfeiffer, der erfolgreichsten Dramatikerin ihrer Zeit, und des dänischen Schriftstellers Andreas Christian Birch. Hauslehrer unterrichteten das Mädchen, das nach dem ersten Theaterbesuch mit zwölf Jahren beschloss, gegen den Willen der Mutter zur Bühne zu gehen.
1853 debütierte sie am Gothaer Hoftheater als Julia, Gastspiele führten sie nach Braunschweig, Berlin, Hamburg und Frankfurt, 1856 folgte ein Engagement in Mannheim. Die Heirat mit dem badischen Hofgerichtsrat Hermann von Hillern im Jahr 1857 beendete die Bühnenlaufbahn; das Paar lebte in Freiburg im Breisgau, wo drei Töchter heranwuchsen. Wie die Mutter griff sie nun zur Feder: Auf den Roman „Doppelleben“ (1865) folgten „Ein Arzt der Seele“ (1869), die Geschichte einer gelehrten Frau zwischen Wissenschaft und Liebe, und „Aus eigener Kraft“ (1870).
1870 begegnete sie in Innsbruck der Malerin Anna Stainer-Knittel, die als Siebzehnjährige am Seil einen Adlerhorst ausgenommen hatte. Aus dieser Begegnung wurde „Die Geier-Wally“ (1875), die Geschichte einer trotzigen Bauerntochter aus dem Ötztal, die mit Vater, Dorf und sich selbst um ihre Liebe kämpft. Der Roman erschien binnen kurzem in acht Sprachen, die Bühnenfassung (1880) eroberte die deutschen Theater, Alfredo Catalanis Oper „La Wally“ (1892) und mehrere Verfilmungen hielten den Stoff lebendig.
Nach dem Tod ihres Mannes zog Wilhelmine von Hillern 1883 nach Oberammergau zu ihrer Tochter, der Schriftstellerin Hermine Diemer, und ließ sich dort das „Hillern-Schlößl“ bauen. 1904 trat sie im Kloster Ettal zum katholischen Glauben über; ihre späten Romane wie „Ein Sklave der Freiheit“ (1903) tragen religiöse Züge. Sie starb mit achtzig Jahren und wurde in Oberammergau begraben.
Werke:
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Wilhelmine von Hillern
Deutsch
12.03.2015
1.46 MB
107
7.697