Karl Kasser
Karl Kasser (1889 – 1976)Die Fahrt nach Kilb war mir wie ein Traum.
Karl Kasser (1889 – 1976) war ein Bauer aus Kilb im niederösterreichischen Mostviertel und ist heute als Verfasser eines der eindringlichsten österreichischen Kriegstagebücher des Ersten Weltkriegs bekannt.
Er wuchs auf einem Bauernhof auf und wurde bei der Musterung 1913 wegen einer verletzten Hand noch für untauglich erklärt. Im November 1914 zog man ihn dennoch ein; im Juni 1915 geriet er während der Offensive bei Gorlice-Tarnów schwer verwundet in russische Gefangenschaft.
Es folgten über fünf Jahre in Lagern und Arbeitsstätten Sibiriens, geprägt von Hunger, Krankheit, Zwangsarbeit und den Wirren der Russischen Revolution. Erst am 4. Oktober 1920 kam Kasser nach Kilb zurück – „bei stockfinsterer Nacht“, ohne dass ihn jemand aussteigen sah.
Seine Erlebnisse hielt er in Kurrentschrift fest. Eine Abschrift übergab er vor seinem Tod seinem Enkel Bertl Strasser, der die Aufzeichnungen Jahrzehnte später transkribierte und öffentlich zugänglich machte.
Das schlichte, unpathetische Tagebuch wurde zu einem wichtigen Zeitzeugnis und diente 2014 als eine der Grundlagen für das internationale Doku-Drama „14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs“.
Werke:
|
Karl Kasser
Deutsch
08.07.2009
358.99 KB
75
10.174