Johann Baptist Kerning
Johann Baptist Kerning (1774 – 1851)Der weise Mensch überlässt sich selbst in seinem Leben nicht Zufälligkeiten, sondern Grundsätzen, er muss den größten Wert auf Charakterbildung legen, muss sich selbst zum Guten bekennen, nicht mit Worten, sondern mit Taten, nicht vor anderen, sondern vor sich selbst.
Johann Baptist Kerning (eigentlich Johann Baptist Krebs, auch J. M. Gneiding), geboren am 12. April 1774 in Überauchen bei Villingen, gestorben am 2. Oktober 1851 in Stuttgart, war Opernsänger, Regisseur und Gesangspädagoge und unter seinem Pseudonym ein Schriftsteller der christlichen Mystik und der Freimaurerei.
Als Sohn eines Tagelöhners besuchte er das Benediktinergymnasium in Villingen und ab 1790 das Jesuitenkolleg in Konstanz, wo er für den geistlichen Stand bestimmt war und Theologie studierte. Seine Tenorstimme führte ihn jedoch zur Bühne: 1795 wurde er Mitglied der Württembergischen Hofoper in Stuttgart, an der er bis 1823 als erster Tenor, danach bis 1849 als Regisseur und Lehrer wirkte. Carl Maria von Weber widmete ihm eine Burleske, als Librettist schrieb er unter anderem das Oratorium „Tod Abels“ für Konrad Kocher.
1820 wurde Krebs in Berlin in den Freimaurerbund aufgenommen, da die Logen in Württemberg damals verboten waren. Nach Aufhebung des Verbots gründete er die Stuttgarter Loge „Wilhelm zur aufgehenden Sonne“ und stand ihr lange als Meister vom Stuhl vor. Er suchte das Wesen der Maurerei auf mystischem Weg zu ergründen und entwickelte Übungen zur Verinnerlichung von Lauten und Buchstaben, die über seine Schüler Karl Kolb und Friedrich Eckstein bis zu Gustav Meyrink und in die Theosophie Wiens weiterwirkten.
Seine Schriften erschienen anonym oder unter dem Namen Kerning: „Geschichtlicher Überblick der Freimaurerei“ (1840), „Die Missionäre oder der Weg zum Lehramte des Christenthums“ (1844) und „Christenthum oder Gott und Natur nur Eins durch das Wort“ (1844), in dem er das biblische Wort als die den Menschen verwandelnde Kraft deutet. Weitere Texte wie „Der Student“ und „Wege zur Unsterblichkeit“ gab der Lorcher Renatus-Verlag erst im 20. Jahrhundert aus dem Nachlass heraus. Als Sänger ist Krebs vergessen, als Kerning gehört er bis heute zur Grundlagenliteratur esoterischer und freimaurerischer Kreise.
Werke:
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Johann Baptist Kerning
Deutsch
16.01.2020
1.74 MB
168
3.938