Dalai Lama
Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama (geb. 1935)Ethik ist wichtiger als Religion. Wir kommen nicht als Mitglied einer bestimmten Religion auf die Welt. Aber Ethik ist uns angeboren.
Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama, wurde am 6. Juli 1935 als Lhamo Dhondup in Taktser in der nordosttibetischen Region Amdo geboren und mit zwei Jahren als Wiedergeburt seines Vorgängers erkannt. Er ist das geistliche Oberhaupt der Tibeter und einer der bekanntesten Vertreter des Buddhismus weltweit.
Seine Ausbildung folgte dem klassischen Lehrplan der tibetischen Klöster; 1959 schloss er sie mit dem höchsten Grad der Gelug-Tradition, dem Geshe Lharampa, ab. Im selben Jahr, nach dem Aufstand gegen die chinesische Besatzung, floh er nach Indien. Seither lebt er im Exil in Dharamsala.
Von dort aus baute er die tibetische Exilregierung auf, demokratisierte sie Schritt für Schritt und legte 2011 seine politischen Ämter nieder, um nur noch als religiöser Lehrer zu wirken. 1989 erhielt er für seinen gewaltfreien Einsatz in der Tibetfrage den Friedensnobelpreis.
In den letzten Jahrzehnten wurde ihm eine Ethik über die Religionen hinweg zum zentralen Anliegen: Mitgefühl, Verantwortung und Gewaltlosigkeit als Haltung, die niemand einer Glaubenslehre entnehmen muss. Daraus entstand 2015 „Der Appell des Dalai Lama an die Welt“ – ein Gespräch mit dem Journalisten Franz Alt, der ihn seit den 1980er-Jahren begleitet.
Der Dalai Lama hat Dutzende Bücher über Buddhismus, Mitgefühl und Glück veröffentlicht und bereist bis ins hohe Alter die Welt. Mit seinem Humor und seiner Zugänglichkeit ist er für viele Menschen zum Inbegriff gelebter Gelassenheit geworden.
Bild: Christopher Michel, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Werke:
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Dalai Lama
Deutsch
25.08.2015
1.63 MB
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