Armin Medosch
Armin Medosch (1962 – 2017)Ob sich freie Netze durchsetzen werden, ist an dieser Stelle alles andere als klar. Deshalb erschien es mir angemessen, diese Geschichte ohne klaren Ausgang zu beenden.
Armin Medosch, geboren am 16. September 1962 in Graz, gestorben am 23. Februar 2017 in Wien, war ein österreichischer Medienkünstler, Journalist, Kurator und Theoretiker der digitalen Kultur – einer der Pioniere der Netzkultur in Europa.
Er studierte in Graz Germanistik und Philosophie sowie Theaterregie und arbeitete ab 1985 als freier Autor und Künstler, zunächst in Wien, unter anderem für das „Kunstradio“ des ORF. Ende der 1980er-Jahre gehörte er zu jenen, die das Frachtschiff „Stubnitz“ in einen schwimmenden Kunstraum verwandelten.
1996 war Medosch Mitbegründer und Redakteur des Online-Magazins „Telepolis“, das er bis 2002 mitprägte und das die Entwicklung des Netzes von Anfang an kritisch begleitete. Ab 1997 lebte er in London, lehrte dort am Ravensbourne College und war als Kurator für Neue Medien tätig, etwa mit dem Online-Projekt „Kingdom of Piracy“.
„Freie Netze“ (2003) untersucht Geschichte, Politik und Kultur offener WLAN-Bürgernetze von London bis Berlin – geschrieben aus der Nähe, denn Medoschs eigener Internetzugang lief über ein solches Nachbarschaftsnetz. 2012 promovierte er am Goldsmiths College der University of London über die Künstlerbewegung der „New Tendencies“; das Buch dazu erschien 2016 bei MIT Press.
Medosch kuratierte internationale Ausstellungen wie „Waves“ (Riga 2006, Dortmund 2008) und „Fields“ (Riga 2014) und initiierte Konferenzen zu Datenschutz und Netzpolitik. Er starb 54-jährig an einer Krebserkrankung; sein letztes Buch, „The Rise of the Network Commons“, erschien postum.
Bild: Mikegr, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
Werke:
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Armin Medosch
Deutsch
10.05.2005
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