Christoph Ferdinand Heinrich Pröhle (1822 – 1895)Das kann dem denkenden Leser einen Einblick in das Seelenleben des Volks gewähren und ihm zeigen, wie die Poesie noch in unserer Zeit jedes Lebensverhältniß desselben durchdringt.
Christoph Ferdinand Heinrich Pröhle (meist Heinrich Pröhle) wurde am 4. Juni 1822 in Satuelle bei Haldensleben geboren und starb am 28. Mai 1895 in Steglitz bei Berlin. Er war Lehrer, Publizist und einer der fleißigsten Sammler von Märchen, Sagen und Volksliedern aus dem Harz – ein Mann der zweiten Generation nach den Brüdern Grimm, der deren Programm auf eine einzelne Landschaft anwandte.
Pröhle wuchs als Sohn eines evangelischen Pfarrers auf, der 1829 nach Hornhausen bei Oschersleben wechselte. Er besuchte die Domschule in Halberstadt und das Gymnasium in Magdeburg, studierte ab 1843 in Halle und ab 1845 in Berlin Philosophie und Geschichte. In Berlin hörte er bei Jacob Grimm, dessen Anregung sein weiteres Leben bestimmte.
Nach dem Studium reiste Pröhle 1846 nach Österreich und arbeitete eine Zeit lang als Journalist; daraus gingen die Bücher „Aus dem Kaiserstaate“ (1849) und „Berlin und Wien“ (1850) hervor. 1851 ließ er sich in Zellerfeld nieder, später in Lerbach, und begann, im Oberharz mündliche Überlieferungen aufzuzeichnen. Zwischen 1854 und 1857 setzte er die Sammeltätigkeit von Wernigerode aus fort; 1855 wurde er in Berlin mit einer Arbeit über die Brockensagen promoviert.
In diesen Jahren entstanden seine wichtigsten Sammlungen: „Kinder- und Volksmärchen“ (1853), „Harzsagen“ (1853, zweiter Band 1856), „Märchen für die Jugend“ (1854) und „Unterharzische Sagen“ (1856). Pröhle gab die Texte nach mündlichem Vortrag wieder und verwies Quellennachweise und Varianten in die Anmerkungen; er wollte, dass der Leser hört, wie das Volk seiner Zeit denkt und spricht. Später folgten „Deutsche Sagen“ (1863), ein vielfach aufgelegter Harzführer und „Rheinlands schönste Sagen und Geschichten“ (1886).
Ab 1858 unterrichtete Pröhle am Luisenstädtischen Realgymnasium in Berlin, bis er 1890 mit dem Professorentitel in den Ruhestand trat. Daneben schrieb er Biografien über Friedrich Ludwig Jahn und Gottfried August Bürger, Studien zu Lessing und Wieland sowie zu Heinrich Heines Harzreise und gehörte 1862 zu den Gründern des Vereins Berliner Presse.
Pröhles Sammlungen gelten heute als wichtige Quellen der Erzählforschung, weil sie die Harzer Überlieferung in einer Breite festhalten, wie sie für kaum eine andere deutsche Landschaft des 19. Jahrhunderts vorliegt. Seine Sagenbücher werden bis heute nachgedruckt und von Heimatforschung und Volkskunde herangezogen.
Werke: Kinder- und Volksmärchen aus dem Jahre 1853 von Heinrich Pröhle als Edition Zulu-Ebooks.com:
1. Bärenheid, Adelheid und Wallfild
2. Die Prinzessin von Portugal und der Prinz von Engeland
3. Springendes Wasser, sprechender Vogel, singender Baum
4. Der Jäger über alle Jäger
5. Glücksvogel und Pechvogel
6. Der Mann ohne Leib
7. Soldat .... Weiterlesen... | |
Harzsagen aus dem Jahre 1859 von Heinrich Pröhle als Edition Zulu-Ebooks.com: Sagen von Quedlinburg.
Nr. 1. Quedlinburg.
Nr. 2. Sankt Anna und die Mutter Gottes.
Nr. 3. Von dem Marienkloster auf dem Berge Sion (Mon-sionberge, Münzenberge).
Nr. 4. Das wilde Wasser auf dem Münzenberge.
Nr. 5. Albrecht von Regenstein und die Stadt .. Weiterlesen... | |
Märchen für die Jugend aus dem Jahre 1854 von Heinrich Pröhle als Edition Zulu-Ebooks.com:
1. Dank ist der Welt Lohn
2. Undank ist der Welt Lohn
3. Der Fuchs und die Gans
4. Das goldene Salzfaß, der goldene Haspel und der Tannenzweig
5. Die Goldtochter und die Hörnertochter
6. Die Zwergmännchen
7. Bienchens Haus
8. Von der .... Weiterlesen... | |
Unterharzische Sagen aus dem Jahre 1856 von Heinrich Pröhle als Edition Zulu-Ebooks.com:
Hünen und Riesen im Bodegebirge
Die Sage von der Roßtrappe
Das Bärensdorf
Sagen von Thale und der Roßtrappe
Der stille Sumpf und der Warnstedt'sche Teich
Die Siebensprünge
Der Mönchenstein vom Kloster .... Weiterlesen... | |
Rheinland Sagen aus dem Jahre 1886 von Heinrich Pröhle als Edition Zulu-Ebooks.com:
Liebfrauenmilch
Die Nibelungen
Die Juden in Worms
Die Gründung von Mainz
Der Eichelstein
Kloster Altmünster zu Mainz
Eginhard und Emma
Doktor Faust (Kreuznach)
Der Eber von der Ebernburg bei Kreuznach
Adalbert der Landmann
Hans .. Weiterlesen... | |