William Shakespeare (1564 – 1616)Wir sind aus solchem Stoff wie Träume sind, und unser kleines Leben ist von einem Schlaf umringt.
William Shakespeare (auch Shakspere, Shake-speare), getauft am 26. April 1564 in Stratford-upon-Avon, gestorben am 23. April 1616 ebenda, war Dramatiker, Lyriker und Schauspieler. Seine Stücke gelten als Kern des englischen Theaters und zählen zu den meistgespielten der Weltliteratur.
Er war der Sohn des Handschuhmachers und zeitweiligen Bürgermeisters John Shakespeare und der Gutsbesitzerstochter Mary Arden. Vermutlich besuchte er die Lateinschule seiner Heimatstadt, wo er Ovid, Seneca und Plautus kennenlernte. 1582 heiratete er die acht Jahre ältere Anne Hathaway, mit der er drei Kinder hatte. Über die folgenden Jahre bis zu seinem Auftauchen in London ist wenig gesichert.
Spätestens 1592 war er in der Hauptstadt als Schauspieler und Stückeschreiber bekannt. 1594 wurde er Teilhaber der Lord Chamberlain's Men, die nach der Thronbesteigung Jakobs I. als King's Men unter königlichem Schutz spielten. Die Truppe bezog 1599 das Globe Theatre an der Themse, und Shakespeare schrieb als Mitbesitzer unmittelbar für Bühne, Ensemble und Publikum. Der wirtschaftliche Erfolg erlaubte ihm den Erwerb von New Place, dem zweitgrößten Haus in Stratford, wohin er sich um 1613 zurückzog.
Die frühen Komödien wie „Die Komödie der Irrungen“ (um 1594) und „Ein Sommernachtstraum“ (um 1595) verbinden römische Vorbilder mit Volksglauben und Wortwitz, „Romeo und Julia“ (um 1595) und „Der Kaufmann von Venedig“ (um 1596) stehen zwischen Lyrik und Tragik. Mit „Othello“ (um 1603) und „König Lear“ (um 1605) entstanden die großen Tragödien über Eifersucht, Macht und Alter. „Der Sturm“ (um 1611) gilt als Abschied von der Bühne. Daneben stehen 154 Sonette und die Versepen „Venus und Adonis“ und „Lucretia“.
Zu Lebzeiten erschien etwa die Hälfte der Stücke in Einzeldrucken. Die erste Gesamtausgabe, das First Folio von 1623, stellten die Kollegen John Heminges und Henry Condell zusammen. In Deutschland wurde Shakespeare durch Wieland, Herder und Goethe zum Maß des Dramas, und die Übersetzung von August Wilhelm Schlegel, Ludwig Tieck, Dorothea Tieck und Wolf Graf Baudissin (1797–1840) machte ihn zum dritten deutschen Klassiker neben Goethe und Schiller.
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