Dorothea Schlegel
Dorothea Friederike von Schlegel (1764 – 1839)Sei meine Reise wie mein Leben und wie die ganze Natur, unaufhaltsam vorwärts!
Dorothea Friederike von Schlegel (geboren Brendel Mendelssohn, in erster Ehe Dorothea Veit), geboren am 24. Oktober 1764 (nach älteren Angaben 1763) in Berlin, gestorben am 3. August 1839 in Frankfurt am Main, war eine deutsche Schriftstellerin, Übersetzerin und Literaturkritikerin. Sie gehört zu den prägenden Frauengestalten der Frühromantik und zugleich zu den bekanntesten jüdischen Konvertitinnen ihrer Zeit.
Als zweite Tochter des Philosophen Moses Mendelssohn wuchs sie in einem der geistigen Mittelpunkte der Berliner Aufklärung auf und erhielt eine gründliche Bildung.
Mit vierzehn wurde sie auf Wunsch des Vaters mit dem Bankier Simon Veit verlobt, den sie 1783 heiratete; zwei ihrer vier Söhne, Jonas und Philipp Veit, wurden später Maler im Kreis der Nazarener. In den Berliner Salons, vor allem bei Henriette Herz, fand sie das Gespräch, das ihr die Ehe nicht bot.
Dort begegnete sie 1797 dem sieben Jahre jüngeren Friedrich Schlegel. Sie ließ sich 1799 scheiden, lebte mit ihm zunächst unverheiratet zusammen – ein Skandal, den sein Roman „Lucinde“ (1799) offen zur Schau stellte – und folgte ihm nach Jena, in den Kreis um Novalis, Tieck und Schelling. Um die stets knappe Haushaltskasse zu füllen, begann sie zu übersetzen und zu rezensieren. Ihr einziger Roman „Florentin“ (1801) erschien anonym und unter Friedrichs Herausgeberschaft; der zweite Band blieb Fragment.
1804 heirateten die beiden in Paris nach ihrer protestantischen Taufe, 1808 traten sie in Köln gemeinsam zum Katholizismus über. In diesen Jahren entstanden die Bearbeitung der altfranzösischen „Geschichte des Zauberers Merlin“ (1804), der Ritterroman „Loher und Maller“ (1805) und die vierbändige Übersetzung von Germaine de Staëls „Corinna“ (1807/08) – alle unter dem Namen ihres Mannes, in dessen Schatten sie sich bewusst stellte.
Nach Jahren in Wien und Frankfurt, wo Friedrich Schlegel im Dienst Metternichs stand, und einem längeren Aufenthalt bei ihren Söhnen in Rom verlor sie 1829 ihren Mann. Ihre letzten Jahre verbrachte sie im Haus Philipp Veits in Frankfurt. Erst die Forschung des 20. Jahrhunderts hat ihren Anteil am romantischen Werk sichtbar gemacht und ihr die Texte zurückgegeben, die so lange unter fremdem Namen liefen.
Werke:
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Dorothea Schlegel
Deutsch
23.06.2015
2.41 MB
96
9.410