Der Affe, die Lady und das Universum (2022) versammelt Episoden aus einer Wohngemeinschaft der 1980er Jahre in einem baufälligen Altstadthaus mit Ladenlokal und langem Garten. Ein entlaufener Drehorgel-Affe, ein Tabakhändler, für den alles „Schwanz“ ist, ein Clown mit Zirkuswagen, eine Lady, die einen Spiegel nie kauft, und der Freund Ralf, der im Weihrauch der Kirchengemeinde mehr findet als Andacht – daraus entwickelt sich eine Geschichte, die vom Friedhof bis in den Gerichtssaal und zu einem eigenwilligen Denkmal führt.
Peter Blind schreibt aus der Erinnerung heraus, locker, derb und mit Sympathie für seine Gratwanderer zwischen Wein, Gras und Sinnsuche. Die zweite Hälfte wird zur antiklerikalen Satire über Kirche, Justiz und Presse, gerahmt von zwei mystischen „Visionen“ als Vor- und Nachwort. Wer die Alternativszene jener Jahre kennt oder kennenlernen will, findet hier ein ungeschöntes, anekdotisches Zeitbild. |