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ebook Wiener Blut
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Wiener Blut
Friedrich Schlögls Wiener Blut gehört zu jenen literarischen Miniaturen des späten 19. Jahrhunderts, die den urbanen Puls der Donaumetropole mit scharfem Blick, gleichzeitig aber mit einem unverkennbaren Augenzwinkern erfassen. Schlögl, selbst ein Chronist der Wiener Alltagskultur, destilliert hier das, was man heute wohl als „Soft Power“ der Stadt beschreiben würde: Humor als Überlebensstrategie, Gelassenheit als Grundhaltung und der subtile Mix aus Melancholie und Lebensfreude, der Wien bis heute prägt.

Das Werk entfaltet sich nicht als klassische Erzählung, sondern als kultursoziologische Nahaufnahme. Schlögl porträtiert Charaktere, Situationen und Redewendungen, die in ihrer Summe ein Milieu entstehen lassen – ein Wien im Wandel, zwischen Traditionsbewusstsein und der Moderne, die an den Stadtgrenzen bereits klopft. Sein „Wiener Blut“ ist dabei kein romantisierendes Loblied, sondern ein feinsinniger Kommentar: voller Sprachwitz, manchmal ironisch, manchmal überraschend analytisch.

Gerade für heutige Leserinnen und Leser ist der Text ein bemerkenswerter Zugang zum historischen Selbstverständnis der Stadt. Viele der beschriebenen Haltungsmuster – der Hang zum Granteln, das gesellige Verhandeln des Alltags, die soziale Wärme im Verborgenen – lassen sich noch immer wiederfinden. Zugleich erlaubt Schlögls Essay einen Blick auf kulturelle Ursprünge, die später im Operetten- und Feuilletondiskurs weitergetragen wurden.

Wiener Blut ist damit ein kompaktes, aber pointiertes Stück Wiener Mentalitätsgeschichte – lesenswert für alle, die das kulturelle Erbe der Stadt jenseits der großen Klassiker verstehen möchten.
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 Friedrich Schlögl   Deutsch  CC 3: by-nc-sa  05.08.2014  2.2 MB  244  9.012
Friedrich SchlöglFriedrich Schlögl (1821 – 1892)
Die Wiener bedurften einer anderen Kost, als dieser bäuerischen, ihre Ohren eines anderen Kitzels.

Friedrich Schlögl wurde am 7. Dezember 1821 in der Wiener Vorstadt Laimgrube geboren und starb am 7. Oktober 1892 in Wien. Dreißig Jahre lang Beamter, wurde er nebenher zum Chronisten des Wiener Volkslebens – mit Feuilletons, die man „Wiener Blut“ und „Wiener Luft“ nannte.

Er war das älteste von vierzehn Kindern eines armen Hutmachergesellen. 1840 trat er als Militärrechnungskanzlist in den Staatsdienst und saß bis 1870 in der Hofkriegsbuchhaltung – ein Leben zwischen Akten, aus dem er sich schreibend befreite. Ab 1857 lieferte er dem Witzblatt „Figaro“ Beiträge, ab 1867 dem „Neuen Wiener Tagblatt“ und der „Morgenpost“, später auch Roseggers „Heimgarten“.



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