Josef Poestion
Josef Calasanz Poestion (1853 – 1922)Das traurige, abgeschiedene Eisland im nördlichen Ocean lenkt ja nur selten die Blicke der übrigen Welt auf sich.
Josef Calasanz Carl Poestion wurde am 7. Juni 1853 in Aussee in der Steiermark geboren und starb am 4. Mai 1922 in Wien. Der Bibliothekar und Skandinavist machte die Literatur Islands im deutschen Sprachraum bekannt.
Er studierte von 1873 bis 1877 klassische Philologie und Germanistik in Wien und lebte zunächst als Privatgelehrter und Feuilletonist. Sein Interesse galt erst der Antike, dann ausschließlich den Sprachen und Literaturen Skandinaviens, vor allem Islands – einer Insel, die er selbst erst spät besuchte, deren Sprache und Dichtung er aber wie kein zweiter kannte.
1882 erschien die „Einleitung in das Studium des Altnordischen“, 1884 die „Isländischen Märchen“, die erste deutsche Auswahl aus der großen Sammlung Jón Árnasons, mit einer Einleitung über Land und Leute. Es folgten „Isländische Dichter der Neuzeit“ (1897), die neuisländische Lyrikanthologie „Eislandblüten“ (1905) und Übersetzungen von den Sagas bis zu Ibsen; unter den Pseudonymen J. Calion und Svend Christiansen schrieb er auch Erzählendes.
1886 trat er in die Bibliothek des Innenministeriums ein, die er ab 1888 leitete; 1921 stieg er zum Sektionschef auf. Island dankte es ihm: Er galt dort als Freund und Fürsprecher, lange bevor die Insel 1918 ihre Souveränität erhielt.
Poestion liegt in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof; zwei Wiener Gassen tragen seinen Namen. Seine „Isländischen Märchen“ sind bis heute die Quelle, aus der die meisten deutschen Islandmärchen-Ausgaben schöpfen.
Werke:
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Josef Poestion
Deutsch
09.02.2021
1.55 MB
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