Richard Zoozmann
Richard Zoozmann (1863 – 1934)Die Diktatur der Liebe regelt die Weltenuhr.
Richard Zoozmann wurde am 13. März 1863 in Berlin geboren und starb am 15. Februar 1934 in Karlsruhe. Bankbeamter von Beruf, war er als Übersetzer, Herausgeber und Anthologist einer der fleißigsten Literaten seiner Zeit – und ist bis heute durch seinen Zitatenschatz gegenwärtig.
Nach dem Realgymnasium ging er in den Bankdienst und blieb dort; die Literatur betrieb er daneben, mit einem Arbeitspensum, das manchem Berufsschriftsteller zur Ehre gereicht hätte. Erste eigene Gedichte erschienen um 1891 („Seltsame Geschichten. Ein Liederzyklus“), teils unter den Pseudonymen Richard Hugo und Hugo Zürner.
Sein Hauptwerk als Übersetzer ist Dante: Die „Göttliche Komödie“ in Zoozmanns Terzinen war über Jahrzehnte eine der verbreitetsten deutschen Fassungen, dazu kamen Dantes kleinere Werke, Walther von der Vogelweide, Dickens, Scott, Cooper, Wilde, Wallace und Sienkiewicz’ „Quo vadis“. Für die Dresdner Bibliophilen-Bibliothek edierte er Hans Sachs, Christian Reuter, Abraham a Sancta Clara und Hutten.
1910 erschienen der „Zitaten- und Sentenzenschatz der Weltliteratur“ – nach Stichwort statt nach Anfang geordnet, zu Lebzeiten sechs Auflagen und bis heute in Bearbeitungen im Druck – sowie die „Geflügelten Worte“ und eine Neubearbeitung von „Wolffs Poetischem Hausschatz“. Daneben stellte er Anthologien für Kinder, für den bunten Abend und, mit einem eigenen Vorgesang im Eulenspiegelton, „Die schönsten Liebesgedichte und Schelmenstücke aus drei Jahrtausenden“ zusammen.
Seine letzten Jahre verbrachte er in Bad Herrenalb im Schwarzwald, wo er begraben liegt; Woltersdorf bei Berlin, sein Sommerort, benannte einen Uferweg nach ihm.
Werke:
|
Richard Zoozmann
Deutsch
08.02.2021
2.39 MB
633
3.484