Die drei Eingeweihten
Die drei EingeweihtenWie oben, so unten; wie unten, so oben.
„Die drei Eingeweihten“ ist das Pseudonym, unter dem im Dezember 1908 in Chicago das „Kybalion“ erschien – ein kleines Buch, das sich als Zusammenfassung der uralten hermetischen Lehre des Hermes Trismegistos ausgibt und zu einem Grundtext der modernen Esoterik wurde.
Wer die drei waren, haben sie nie gesagt. Die Forschung hält William Walker Atkinson (1862–1932) für den Verfasser oder Hauptverfasser: einen Anwalt aus Baltimore, der nach einem Zusammenbruch zur amerikanischen Neugeist-Bewegung fand, in Chicago die Yogi Publication Society betrieb und unter zahlreichen Namen – Yogi Ramacharaka, Theron Q. Dumont, Magus Incognito – über hundert Bücher schrieb. Stil und Gedanken des „Kybalion“ stimmen mit seinen übrigen Schriften überein; andere nennen Paul Foster Case und Michael Whitty als Mitautoren.
Das Buch beruft sich auf die Tabula Smaragdina und das Corpus Hermeticum und stellt sieben „hermetische Prinzipien“ auf: Das All ist Geist; wie oben, so unten; nichts ruht, alles schwingt; alles ist polar; alles fließt in Rhythmen; jede Ursache hat ihre Wirkung; und Geschlecht ist in allem. Alchemie wird hier als „mentale Transmutation“ gedeutet, als Umwandlung des eigenen Bewusstseins.
Mit den antiken hermetischen Texten hat das wenig zu tun; es ist amerikanisches positives Denken im ägyptischen Gewand. Gerade das machte den Erfolg: Das „Kybalion“ wurde in viele Sprachen übersetzt, ist seit über hundert Jahren ununterbrochen im Druck und hat die Esoterik des 20. Jahrhunderts von der Theosophie bis zum New Age geprägt.
Die Zulu-Ausgabe bringt den vollständigen Text in deutscher Übersetzung. Wer ihn liest, lernt weniger über das alte Ägypten als über die Sehnsucht des frühen 20. Jahrhunderts nach einer Weisheit, die sich in sieben Sätzen sagen lässt.
Werke:
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Die drei Eingeweihten
Deutsch
28.01.2005
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