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Adolf Streckfuß

Adolf Carl StreckfußAdolf Carl Streckfuß (1823 – 1895)
Als Staatsanwalt hatte er die Pflicht, das Verbrechen zur Strafe zu bringen, ohne Rücksicht auf Rang und Stand des Verbrechers, ohne Rücksicht auch darauf, wie nahe ihm dieser im Leben stehe.

Adolf Carl Streckfuß (auch Adolph Streckfuß), geboren am 10. Mai 1823 in Berlin, gestorben am 11. Oktober 1895 ebenda, war Schriftsteller, Demokrat der Revolution von 1848 und Berliner Kommunalpolitiker. Er gehört zu den frühen Verfassern deutscher Kriminalnovellen und zu den volkstümlichen Geschichtsschreibern seiner Heimatstadt.

Er war der Sohn des Juristen und Dante-Übersetzers Carl Streckfuß und Bruder des Malers Wilhelm Streckfuß. Nach der Schule studierte er Landwirtschaft und volontierte zwischen 1845 und 1848 an den Akademien in Möglin und Eldena. Die Märzrevolution zog den politisch Interessierten in die Berliner Bewegung; er veröffentlichte Flugschriften zum Barrikadenkampf und in rascher Folge Bücher wie „Die Staats-Umwälzungen der Jahre 1847 und 1848“ (1849), den Roman „Die Demokraten“ (1850), eine Lebensbeschreibung Robert Blums (1850) und eine Darstellung der Französischen Revolution (1851).

Diese Schriften verschlossen ihm den Staatsdienst. Ein Hochverratsprozess endete zwar mit Freispruch, doch die Zensur belegte ihn mit einem Publikationsverbot, und Streckfuß ernährte seine wachsende Familie als Pächter eines kleinen Tabakgeschäfts. Erst nach dem Regierungsantritt des Prinzregenten Wilhelm 1858 konnte er wieder veröffentlichen. 1862 wählten ihn die Berliner zum Stadtverordneten, 1872 wurde er Stadtrat.

Sein Spätwerk gehört der Belletristik und der Stadtgeschichte. Mit „Berlin seit 500 Jahren. Vom Fischerdorf zur Weltstadt“ (1864) und der vierbändigen Neufassung von 1885 schuf er ein lange nachgedrucktes Volksbuch, dessen Herleitung Berlins aus einer slawischen Fischersiedlung bis heute nachwirkt, obwohl die Forschung sie nicht bestätigt. Daneben erschienen Kriminalnovellen wie „Der Herr Präsident“ (1871) und „Der tolle Hans“ (1871) sowie Romane wie „Die von Hohenwald“ (1877) und „Schloß Wolfsburg“ (1879).

Streckfuß’ Kriminalgeschichten wirken auf den ersten Blick unpolitisch, verraten aber in der Wahl ihrer Stoffe den alten Demokraten: Spielsucht und Fall eines hohen Beamten, Kritik an Klerus und Standesdünkel. Sein Grab auf dem Sophienfriedhof II in Berlin ist erhalten.

Werke:

ebook Der Herr Präsident
(7)
Die Kriminal-Novelle »Der Herr Präsident« von Adolf Streckfuß erschien erstmals 1871. Darin gerät ein Regierungspräsident durch seine Spielsucht in den Strudel des Verbrechens. Weiterlesen...
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 Adolf Streckfuß   Deutsch  CC 3: by-nc-nd  03.04.2012  525.68 KB  119  8.454

 

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