Friedrich Nietzsche
Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 – 1900)Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch – ein Seil über einem Abgrunde.
Friedrich Wilhelm Nietzsche, geboren am 15. Oktober 1844 in Röcken bei Lützen, gestorben am 25. August 1900 in Weimar, war ein deutscher Philologe und Philosoph. Mit seiner radikalen Kritik an Moral, Religion und Metaphysik gehört er zu den folgenreichsten Denkern der Moderne und zu den großen Prosaisten der deutschen Sprache.
Er wuchs als Sohn eines lutherischen Pfarrers auf, der 1849 früh starb, und wurde in Naumburg von Mutter, Großmutter und Tanten erzogen. Nach der Landesschule Pforta studierte er ab 1864 in Bonn und Leipzig klassische Philologie, las Schopenhauer und lernte Richard Wagner kennen.
Bereits 1869, mit 24 Jahren und ohne Promotion, erhielt Nietzsche eine Professur für klassische Philologie in Basel. Sein Erstling „Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“ (1872) verband Altertumswissenschaft mit Kulturkritik und Wagner-Verehrung und befremdete die Fachwelt. Chronische Kopfschmerzen und Augenleiden zwangen ihn 1879 zur Pensionierung; fortan lebte er als freier Schriftsteller mit kleiner Rente zwischen Sils-Maria, Genua, Nizza und Turin.
In diesem rastlosen Jahrzehnt entstand das eigentliche Werk: „Menschliches, Allzumenschliches“ (1878) markierte den Bruch mit Wagner und die Hinwendung zum Aphorismus, „Morgenröte“ (1881) und „Die fröhliche Wissenschaft“ (1882) folgten. „Also sprach Zarathustra“ (1883–1885), zunächst fast ohne Leser, fasst die Gedanken vom Übermenschen, vom Tod Gottes und von der ewigen Wiederkunft in dichterisch-prophetische Form. Nach „Jenseits von Gut und Böse“ (1886) und „Zur Genealogie der Moral“ (1887) schrieb er allein 1888 „Götzen-Dämmerung“, „Der Antichrist“, seine Abrechnung mit dem Christentum, und die Selbstdarstellung „Ecce homo“.
Am 3. Jänner 1889 brach Nietzsche in Turin geistig zusammen; die restlichen elf Jahre verbrachte er umnachtet in der Pflege seiner Mutter und ab 1897 seiner Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche in Weimar. Sie verwaltete den Nachlass, kompilierte daraus „Der Wille zur Macht“ und lenkte das Bild des Philosophen in eine nationalistische Richtung, die später den Nationalsozialisten die Vereinnahmung erleichterte.
Den Ruhm, der in den 1890er Jahren einsetzte, hat Nietzsche nicht mehr bewusst erlebt. Seine Wirkung reicht von der Lebensphilosophie über Thomas Mann, Benn und Hesse bis zu Heidegger, Foucault und Derrida; kaum eine Denkrichtung des 20. Jahrhunderts ist ohne die Auseinandersetzung mit ihm zu verstehen.
Werke:
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Friedrich Nietzsche
Deutsch
12.08.2014
1.36 MB
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12.006