Heinrich Kramer
Heinrich Kramer (um 1430 – 1505)Also schlecht ist das Weib von Natur, da es schneller am Glauben zweifelt, auch schneller dem Glauben abschwört, was die Grundlage von Hexerei ist.
Heinrich Kramer (auch Krämer, latinisiert Henricus Institoris) wurde um 1430 in Schlettstadt im Elsass geboren und starb 1505 in Kremsier in Mähren. Der Dominikaner und päpstliche Inquisitor ist der Verfasser des „Hexenhammers“, der folgenreichsten Schrift in der Geschichte der europäischen Hexenverfolgung.
Kramer trat um 1445 in den Dominikanerorden ein, wurde 1474 Generalprediger und 1479 in Rom zum Doktor der Theologie promoviert. Im selben Jahr ernannte ihn Papst Sixtus IV. zum Inquisitor für Oberdeutschland; 1482 übernahm er das Priorat seines Heimatklosters in Schlettstadt.
Seine Verfolgungstätigkeit begann mit einem Judenprozess in Trient und führte 1484 zu Hexenverbrennungen in Ravensburg. Weil ihm örtliche Geistliche und Behörden die Zuständigkeit bestritten, erwirkte er bei Innozenz VIII. die Bulle „Summis desiderantes affectibus“ (1484), die den Inquisitoren freie Hand gab. Der Innsbrucker Prozess von 1485 endete jedoch mit einer Niederlage: Bischof Georg Golser ließ sein Vorgehen prüfen, hob die Urteile auf und wies ihn als „kindisch gewordenen“ Greis aus dem Land.
Als Antwort auf diese Demütigung schrieb Kramer bis Ende 1486 den „Malleus maleficarum“, der 1487 in Speyer erschien; die Mitautorschaft des Kölner Dominikaners Jakob Sprenger, dessen Namen die Drucke nennen, ist in der Forschung umstritten. Das Werk verband Dämonologie, Frauenfeindlichkeit und Prozessrecht zu einem Handbuch für Richter und erlebte bis 1669 rund dreißig Auflagen. Kramer selbst rühmte sich, zweihundert Hexen auf den Scheiterhaufen gebracht zu haben.
Nach weiteren Schriften zur Eucharistie (1496) und gegen Waldenser und Böhmische Brüder wirkte er zuletzt als Inquisitor in Böhmen und Mähren. Die Geschichtsschreibung sieht in ihm weniger den Vollstrecker kirchlicher Lehre als einen fanatischen Einzelgänger, dessen Buch die Verfolgungswellen des 16. und 17. Jahrhunderts theoretisch vorbereitete. Die deutsche Übersetzung von J. W. R. Schmidt (1906) machte den Text erstmals einem breiten Publikum zugänglich.
Werke:
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Heinrich Kramer
Deutsch
13.08.2014
2.94 MB
398
13.776