Martin Luther
Martin Luther (1483 – 1546)Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.
Martin Luther (ursprünglich Martin Luder, latinisiert Martinus Lutherus, zeitweise Eleutherius), geboren am 10. November 1483 in Eisleben, gestorben am 18. Februar 1546 ebenda, war Augustinermönch, Theologieprofessor und der Urheber der Reformation. Seine Bibelübersetzung machte ihn zugleich zu einem Schöpfer der neuhochdeutschen Schriftsprache.
Der Sohn eines Bergmanns und späteren Hüttenunternehmers wuchs in Mansfeld auf, besuchte Schulen in Magdeburg und Eisenach und begann 1501 das Studium in Erfurt. Nach dem Magisterabschluss sollte er auf Wunsch des Vaters Jurist werden, trat aber 1505 nach einem Gewittererlebnis bei Stotternheim in das Erfurter Augustinerkloster ein. 1507 wurde er zum Priester geweiht, 1512 in Wittenberg zum Doktor der Theologie promoviert und übernahm dort den Lehrstuhl für Bibelauslegung.
Aus dem Studium des Römerbriefs gewann Luther die Überzeugung, dass der Mensch allein aus Gnade und Glauben gerechtfertigt werde, nicht durch Werke oder Ablass. Die 95 Thesen gegen den Ablasshandel, die er am 31. Oktober 1517 an Erzbischof Albrecht von Mainz sandte und die der Überlieferung nach an die Tür der Wittenberger Schlosskirche geschlagen wurden, verbreiteten sich durch den Buchdruck in wenigen Wochen über ganz Deutschland. 1520 folgten die großen reformatorischen Schriften „An den christlichen Adel deutscher Nation“, „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ und „Von der Freiheit eines Christenmenschen“. Auf dem Reichstag zu Worms 1521 verweigerte er den Widerruf, wurde mit der Reichsacht belegt und auf der Wartburg verborgen, wo er in elf Wochen das Neue Testament übersetzte.
Die folgenden Jahrzehnte in Wittenberg galten dem Aufbau der evangelischen Kirche: Gottesdienstordnung, Katechismen (1529), Kirchenlieder wie „Ein feste Burg ist unser Gott“ und die vollständige deutsche Bibel (1534). 1525 heiratete er die ehemalige Nonne Katharina von Bora, mit der er sechs Kinder hatte. Vom Bauernkrieg, von Zwingli und Erasmus grenzte er sich scharf ab; seine späten Schriften gegen die Juden gehören zu den dunkelsten Seiten seines Werks und wurden im 20. Jahrhundert missbraucht.
Luther starb auf einer Vermittlungsreise in seiner Geburtsstadt und wurde in der Wittenberger Schlosskirche beigesetzt. Seine Sprache, die „dem Volk aufs Maul“ schaute, prägte die deutsche Literatur von Klopstock bis Brecht; seine Theologie teilte das westliche Christentum.
Werke:
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Martin Luther
Englisch
09.02.2005
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