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Otto Roquette

Otto RoquetteOtto Roquette (1824 – 1896)
Noch ist die blühende goldene Zeit, o du schöne Welt, wie bist du so weit!

Otto Roquette wurde am 19. April 1824 in Krotoschin bei Posen geboren und starb am 18. März 1896 in Darmstadt. Der Lyriker, Erzähler und Literarhistoriker war mit „Waldmeisters Brautfahrt“ einer der meistgelesenen deutschen Dichter der Jahrzehnte nach 1850.

Roquette entstammte einer hugenottischen Familie; der Vater war Richter, den ersten Unterricht erhielt er beim Großvater, einem reformierten Pfarrer. Nach dem Umzug der Familie nach Bromberg studierte er von 1846 bis 1850 Philologie und Geschichte in Heidelberg, Berlin und Halle.

Noch als Student schrieb er das Rhein-, Wein- und Wandermärchen „Waldmeisters Brautfahrt“ (1851), das in drei Jahrzehnten über fünfzig Auflagen erlebte und ihn über Nacht bekannt machte. Nach Reisen in die Schweiz und nach Italien lebte er in Berlin und Dresden, lehrte ab 1862 Literaturgeschichte an der preußischen Kriegsakademie, ab 1867 an der Gewerbeakademie und von 1869 bis zu seinem Tod am Polytechnikum Darmstadt, dessen Bibliothek er zeitweise leitete.

Zu seinem umfangreichen Werk zählen das Versepos „Haus Haidekuckuck“ (1855), die „Gedichte“ (1859), die Erzählung „Herr Heinrich“ (1854), die Franz Liszt zu einem Oratorium anregte, die Romane „Euphrosyne“ (1877) und „Heinrich Falk“ (1879), zahlreiche Novellen und Dramen sowie eine „Geschichte der deutschen Dichtung“ (1862/63). 1894 blickte er in der Autobiografie „Siebzig Jahre“ auf sein Leben zurück.

Roquettes Dichtung wandte sich bewusst von der politischen Lyrik des Vormärz ab und bot ein heiteres, märchenhaft verklärtes Bild von Jugend, Wein und Wanderschaft; sein Lied „Noch ist die blühende, goldene Zeit“ wurde zum Volkslied. Die Kritik der folgenden Generationen zählte ihn zur Butzenscheibenpoesie und warf ihm Glätte und Epigonentum vor. Heute ist er außerhalb der Germanistik nahezu vergessen; in Darmstadt erinnert ein Ehrengrab auf dem Alten Friedhof an ihn.

Werke:

ebook Das Paradies
(1)
Selbst Harmlosigkeiten werden anmutig dargeboten, auch sie haben, wie Roquette ausdrücklich betont, ihr ästhetisches Recht, zumal wenn sie so durch das Licht des Humors vergoldet werden wie etwa in der Geschichte "Das Paradies".

Roquette ist die nähere Bekanntschaft wert. In flauer Zeit hielt er sich als Mensch und als Schaffender tapfer; literarisch von der Überlieferung abhängig .. Weiterlesen...
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 Otto Roquette   Deutsch  CC 3: by-nc-nd  23.04.2019  333.31 KB  40  2.395

 

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