Paul Hambruch
Paul Hambruch (1882 – 1933)Mündlich von Geschlecht zu Geschlecht wird die Sage übermittelt und bewahrt; dort wo Schreiben und Lesen nahezu Allgemeingut geworden sind, fördert man die Schulung des Gedächtnisses nicht mehr.
Paul Hambruch wurde am 22. November 1882 in Hamburg geboren und starb dort am 25. Juni 1933. Er war Ethnologe und Südseeforscher und machte als Sammler und Herausgeber die Märchen und Mythen Ozeaniens einem deutschen Lesepublikum zugänglich.
Nach dem Johanneum studierte er Chemie und Mathematik in Göttingen, dann Anthropologie, Völkerkunde und Geografie in Berlin bei Ferdinand von Richthofen und Felix von Luschan. 1907 wurde er mit einer Arbeit über eine Südsee-Sammlung des Hamburger Museums für Völkerkunde promoviert.
Im Auftrag der Jaluit-Gesellschaft ging er nach Nauru, wo er bei der Bekämpfung einer Kokospalmenkrankheit half und die Sprache und Überlieferung der Insel aufzeichnete. 1909/10 nahm er an der Hamburger Südsee-Expedition teil, der größten deutschen Forschungsreise in den Pazifik; ihm fielen die mikronesischen Inseln zu, vor allem Nauru und Pohnpei. Seine Vermessungen und Beschreibungen der Ruinenstadt Nan Madol auf Pohnpei sind bis heute die Grundlage der Forschung.
Zurück in Hamburg leitete er die Südseeabteilung des Museums für Völkerkunde, habilitierte sich 1919/20 und lehrte ab 1922 als außerordentlicher Professor an der jungen Universität Hamburg. Neben den wissenschaftlichen Expeditionsbänden gab er für ein breites Publikum heraus: „Südseemärchen“ (1916), „Malaiische Märchen“ (1922) und „Faraulip – Liebeslegenden aus der Südsee“ (1924).
Hambruch starb mit fünfzig Jahren. Seine Märchensammlungen bewahren Erzählungen aus Australien, Melanesien, Mikronesien und Polynesien, die in der mündlichen Überlieferung längst verloren gegangen sind – aufgezeichnet in dem Bewusstsein, dass die europäische Kolonisierung ebendiese Überlieferung zum Verschwinden brachte.
Werke:
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Paul Hambruch
Deutsch
30.01.2021
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