Charles Monselet
Charles Monselet (1825 – 1888)Paris ist diejenige Stadt auf der Welt, in der man am häufigsten verwundert stehen bleibt und sich umsieht.
Charles Monselet wurde am 30. April 1825 in Nantes geboren und starb am 18. März 1888 in Paris. Journalist, Romancier, Lyriker, Librettist und einer der ersten Gastronomiekritiker Frankreichs, war er ein Chronist des Pariser Lebens unter dem Zweiten Kaiserreich.
Der Sohn eines Buchhändlers kam jung nach Paris und schrieb für „Le Figaro“, das „Journal du Matin“, „Le Pays“ und „Le Monde illustré“. Mit dem Lexikon „La Lorgnette littéraire“ (1857) und den „Physionomies parisiennes“ porträtierte er die Schriftsteller und Schauspieler seiner Zeit mit einer Ironie, die ihm Freunde und Feinde zugleich einbrachte.
Im selben Jahr 1857 erschien in vier Bänden „Les Ruines de Paris“, ein Sittenroman aus der Zeit, als Haussmann die alten Viertel abreißen ließ: Zwischen Baugruben und Dächern bewegen sich Glücksritter, verarmte Adelige und zwei Pariserinnen durch eine Stadt im Umbruch. Die Zulu-Ausgabe folgt einer deutschen Übersetzung, die 1863/64 als Fortsetzungsroman in einer bayerischen Sonntagsbeilage erschien.
1858 gründete Monselet die Wochenschrift „Le Gourmet“. Mit dem „Almanach des gourmands“, den „Lettres gourmandes“, einer „Ode an das Schwein“ und einem Sonett auf den Spargel wurde er zum „roi des gastronomes“, dem König der Feinschmecker – neben Grimod de la Reynière und Baron Brisse ein Begründer der Gastronomiekritik. Daneben schrieb er Theaterstücke und Libretti.
Monselet liegt auf dem Père-Lachaise; 1904 wurde dort ein Relief mit seinem Porträt enthüllt, in Nantes trägt eine Straße seinen Namen. Seine Bücher sind heute Zeugnisse eines Paris, das er selbst verschwinden sah.
Werke:
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Charles Monselet
Deutsch
14.05.2021
1.19 MB
176
3.023