Wolf Heidenheim
Wolf Heidenheim (1757 – 1832)Unser Vater und König, lasse es Dir eingedenk sein, dass wir nur Staub sind!
Wolf Heidenheim (Benjamin Wolf ben Simson, hebräisch Binjamin Se’ew) wurde 1757 in Heidenheim in Mittelfranken geboren und starb am 23. Februar 1832 in Rödelheim bei Frankfurt am Main. Der Grammatiker, Masoraforscher und Drucker schuf die Gebetbücher, aus denen das deutsche Judentum über ein Jahrhundert lang betete.
Er lernte an der Jeschiwa in Fürth und bei dem Kabbalisten Nathan Adler in Frankfurt, dessen Schüler auch Moses Sofer war. Schon früh galt sein Interesse der hebräischen Grammatik und der Masora, der überlieferten Textgestalt der Bibel; 1788 ließ er sich in Offenbach nieder und gab dort Abraham ibn Esras grammatische Schrift „Mosnajim“ mit eigenem Kommentar heraus.
1799 gründete er mit Baruch Baschwitz in Rödelheim eine hebräische Druckerei. Ihr Hauptwerk war der „Machsor“ für die Feiertage (1800–1802, neun Bände), für den Heidenheim Handschriften bis ins 13. Jahrhundert zurück verglich, den Text von Fehlern reinigte, die Pijjutim kommentierte und eine deutsche Übersetzung beigab – die erste ihrer Art. Es folgten ein Siddur, der Pentateuch mit Kommentaren, eine Grammatik und Schriften zur Akzentlehre.
Heidenheim war ein Mann der Mitte: tief traditionsgebunden, aber ein Philologe, der den Text über die Gewohnheit stellte, und ein Freund des Deutschen, das er in die Synagoge brachte, ohne die Liturgie zu verändern. Die Rödelheimer Ausgaben wurden zum Standard in Deutschland und darüber hinaus; sein Nachlass an Handschriften kam größtenteils in die Bodleian Library in Oxford.
Er starb 1832 in Rödelheim, wo heute eine Straße seinen Namen trägt. Die „Gebete von Jom Kippur“ bei Zulu folgen seinen Übersetzungen aus dem Machsor – Bußgebete, deren Eindringlichkeit auch außerhalb der Synagoge zu spüren ist.
Werke:
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Wolf Heidenheim
Deutsch
02.10.2025
1.53 MB
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