Giacomo Casanova
Giacomo Casanova (1725 – 1798)Ich habe die Frauen rasend geliebt, aber ich habe ihnen stets die Freiheit vorgezogen.
Giacomo Girolamo Casanova (auch Jacques Casanova, Chevalier de Seingalt) wurde am 2. April 1725 in Venedig geboren und starb am 4. Juni 1798 auf Schloss Dux in Böhmen. Sein Name ist zum Gattungsbegriff geworden; sein Lebensbericht ist eines der großen Zeitdokumente des 18. Jahrhunderts.
Der Sohn zweier Schauspieler wuchs bei der Großmutter auf, studierte in Padua die Rechte und probierte danach alles, was das Jahrhundert einem Mann ohne Stand zu bieten hatte: Abbé, Geiger, Soldat, Spieler, Alchemist, Lotterieunternehmer, Spion, Übersetzer. Er bereiste Konstantinopel, Paris, London, Petersburg und Madrid und rechnete selbst aus, dass er über 65.000 Kilometer in Kutschen zurückgelegt hatte.
1755 sperrte ihn die venezianische Inquisition in die Bleikammern des Dogenpalastes; im Herbst 1756 gelang ihm die Flucht über das Dach, die ihn in ganz Europa berühmt machte. 1782 endgültig aus Venedig verbannt, fand er 1785 Unterschlupf als Bibliothekar des Grafen Waldstein in Dux, wo er, von der Dienerschaft verspottet, dreizehn Jahre lebte.
Dort schrieb er ab 1789 auf Französisch die „Histoire de ma vie“, rund 3700 Seiten, die 1774 abbrechen. Das Manuskript kaufte 1821 der Leipziger Verleger Brockhaus; die ersten, stark geglätteten Ausgaben erschienen ab 1822 auf Deutsch. Der Originaltext wurde erst 1960 gedruckt, 2010 erwarb Frankreich die Handschrift für über sieben Millionen Euro. Daneben entstand 1788 das „Icosameron“, ein utopischer Roman über eine Welt im Erdinneren.
Die Memoiren sind mehr als ein Verzeichnis von Liebschaften: Sie erzählen von Kaffeehäusern und Höfen, von Voltaire und Friedrich II., von Spieltischen, Gefängnissen und Postkutschen – ein Panorama des Ancien Régime aus der Sicht eines Mannes, der überall dazugehören wollte und nirgends blieb.
Werke:
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Giacomo Casanova
Deutsch
01.12.2015
11.59 MB
2419
19.003