José Rizal
José Rizal (1861 – 1896)Mein lieber Bruder: Wenn du diesen Brief erhalten hast, bin ich schon todt.
José Protasio Rizal Mercado y Alonso Realonda wurde am 19. Juni 1861 in Calamba auf Luzon geboren und am 30. Dezember 1896 in Manila von einem spanischen Erschießungskommando hingerichtet. Augenarzt, Dichter, Romancier und Reformer, ist er der Nationalheld der Philippinen – und seine Romane entstanden in Europa, einer davon in Berlin.
Der Sohn einer wohlhabenden Pächterfamilie studierte in Manila und ab 1882 Medizin in Madrid, dann Augenheilkunde in Paris und 1886 in Heidelberg bei Otto Becker. Er sprach über zwanzig Sprachen, zeichnete, modellierte, focht und schloss in Leitmeritz Freundschaft mit dem österreichischen Gymnasialprofessor Ferdinand Blumentritt, dem besten europäischen Kenner der Philippinen.
1887 ließ er in Berlin auf eigene Kosten „Noli me tangere“ drucken: Der junge Crisóstomo Ibarra kehrt aus Europa heim und scheitert an der Willkür der spanischen Mönche und Beamten. Der Roman, in Manila sofort verboten, machte Rizal zum Wortführer der Reformbewegung; die Fortsetzung „El filibusterismo“ (Gent 1891) ist düsterer und handelt von einer gescheiterten Verschwörung. Die Zulu-Ausgabe bringt den ersten Roman in der englischen Übersetzung von Charles Derbyshire (1912).
1892 kehrte er heim, gründete die reformistische Liga Filipina und wurde noch im selben Monat nach Dapitan auf Mindanao verbannt, wo er vier Jahre lang als Arzt, Lehrer und Landwirt lebte. Als 1896 der Aufstand des Katipunan ausbrach, den er abgelehnt hatte, verurteilte ihn ein Kriegsgericht wegen Anstiftung zur Rebellion zum Tod.
In der Nacht vor der Hinrichtung schrieb er das Gedicht „Mi último adiós“ und den Abschiedsbrief an Blumentritt. Der 30. Dezember ist auf den Philippinen Nationalfeiertag; in Heidelberg und Wilhelmsfeld erinnern Denkmäler an den Studenten, der dort den ersten Teil seines Romans schrieb.
Werke:
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José Rizal
Englisch
14.10.2025
2.04 MB
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