Theodor Storm
Hans Theodor Woldsen Storm (1817 – 1888)Der Eine fragt: was kommt danach? Der Andre fragt nur: ist es recht? Und also unterscheidet sich der Freie von dem Knecht.
Hans Theodor Woldsen Storm, geboren am 14. September 1817 in Husum, gestorben am 4. Juli 1888 in Hademarschen in Holstein, war ein deutscher Dichter und Jurist. Mit „Immensee“ und „Der Schimmelreiter“ gehört er zu den großen Novellisten des poetischen Realismus, als Lyriker steht er neben Mörike und Heine.
Storm war der Sohn eines Advokaten in der „grauen Stadt am Meer“, deren Deiche, Halligen und Nebel sein Werk durchziehen. Er studierte Jura in Kiel und Berlin, befreundete sich mit Theodor und Tycho Mommsen, mit denen er 1843 ein „Liederbuch dreier Freunde“ herausgab, und ließ sich als Anwalt in Husum nieder.
Weil er sich gegen die dänische Herrschaft in Schleswig stellte, wurde ihm 1852 die Zulassung entzogen. Storm ging ins preußische Exil, erst nach Potsdam, dann als Kreisrichter nach Heiligenstadt im Eichsfeld. Dort entstanden Novellen und viele seiner Gedichte; 1864, nach dem Ende der dänischen Zeit, kehrte er als Landvogt nach Husum zurück.
Die frühe Novelle „Immensee“ (1849), eine Erinnerung an verlorene Jugendliebe, machte ihn berühmt. Die reifen Erzählungen – „Pole Poppenspäler“ (1874), „Aquis submersus“ (1876), „Carsten Curator“ (1878), „Der Schimmelreiter“ (1888) – verbinden Chronistenton und Stimmungskunst mit einem schonungslosen Blick auf Schuld, Vergänglichkeit und die Härte des Lebens an der Küste. Seine Gedichte, karg und musikalisch, hielt Storm selbst für den Kern seines Werks.
Nach dem Tod seiner Frau Constanze 1865 heiratete er Dorothea Jensen. Die letzten Jahre verbrachte er als Pensionär in Hademarschen, wo er den „Schimmelreiter“ kurz vor seinem Tod vollendete. Mit Fontane, Keller und Heyse verband ihn ein jahrzehntelanger Briefwechsel.
Werke:
|
Theodor Storm
Deutsch
22.10.2025
9.31 MB
1957
1.254